Epidyolex: Zusammensetzung, Anwendungsgebiete und Geschichte des ersten Cannabidiol-Medikaments

Kategorien : Cannabinoide und Wissenschaft
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Epidyolex ist das erste Arzneimittel auf Basis von hochreinem Cannabidiol (CBD), das eine Zulassung der großen Arzneimittelbehörden erhalten hat. Die US-amerikanische FDA gab es 2018 frei, die Europäische Arzneimittel-Agentur folgte 2019. Damit wurde ein aus der Cannabispflanze gewonnener Wirkstoff erstmals auf der Grundlage kontrollierter klinischer Studien pharmakologisch anerkannt. In den USA läuft das Präparat unter dem Namen Epidiolex, in Europa unter Epidyolex.

Dieser Beitrag ordnet ein, wofür dieses Medikament steht: seine Zusammensetzung, seine Geschichte, die Syndrome, für die es zugelassen ist, und was es grundlegend von frei verkäuflichem Cannabidiol unterscheidet. Eine Klarstellung vorweg: Epidyolex ist verschreibungspflichtig. Dieser Text ist rein informativ und ersetzt keine ärztliche Beratung. La Boutique 420 führt ein Sortiment an frei verkäuflichen CBD-Produkten sowie Cannabis-Samen für den legalen Eigenanbau, die ausdrücklich keine Arzneimittel sind.

Was ist Epidyolex?

Epidyolex ist eine Lösung zum Einnehmen, die hochgereinigtes Cannabidiol aus der Cannabispflanze enthält. Es gehört zur Gruppe der Antiepileptika. Das Besondere ist sein Status: Es ist das erste pflanzliche Cannabis-Arzneimittel, das alle Stufen der klinischen Prüfung durchlaufen hat, die internationale Behörden verlangen.

Anders als CBD-Öle, die als Nahrungsergänzung verkauft werden, unterliegt dieses Medikament strengen pharmazeutischen Normen. Jede Charge wird geprüft, um eine gleichbleibende Konzentration und eine hohe Reinheit des Wirkstoffs zu garantieren. Cannabidiol ist darin der einzige aktive Bestandteil, ohne die Dutzenden weiterer Verbindungen eines Vollspektrum-Extrakts.

Diese Standardisierung erklärt, warum die Therapie in einem klar geregelten medizinischen Rahmen stattfindet, während Verbraucher-CBD dem Bereich Wohlbefinden zugeordnet bleibt. Ein Arzneimittel belegt Wirksamkeit und Sicherheit durch Studien. Ein Nahrungsergänzungsmittel erbringt diesen Nachweis nicht und darf keine therapeutische Wirkung versprechen.

Woraus besteht Epidyolex?

Die Zusammensetzung beruht auf einem einzigen Wirkstoff, Cannabidiol, in einer Konzentration von 100 mg pro Milliliter Lösung. Dieses CBD ist zu mehr als 98 Prozent gereinigt und liegt damit näher an einem Isolat als an einem Vollspektrum-Extrakt.

Um den Wirkstoff herum enthält die Lösung Hilfsstoffe: raffiniertes Sesamöl, wasserfreies Ethanol, Sucralose und Erdbeeraroma. Sie stabilisieren die Flüssigkeit und machen sie einnehmbar. Der Ölanteil erklärt sich aus der fettlöslichen Natur des Cannabidiols. Dieses Prinzip der Bioverfügbarkeit gilt auch für Verbraucherprodukte wie ein CBD-Öl zur sublingualen Einnahme.

Der THC-Gehalt dieser Formulierung ist vernachlässigbar. Extraktion und Aufreinigung zielen genau darauf ab, das Cannabidiol von den übrigen Cannabinoiden zu trennen. Ein kontrolliertes, reproduzierbares und Charge für Charge dokumentiertes chemisches Profil war eines der Argumente für die Anerkennung als Arzneimittel.

Zusammensetzung von Epidyolex: Flasche mit Lösung aus hochreinem Cannabidiol

Bei welchen Syndromen wird Epidyolex angewendet?

Nach den Zulassungen von FDA und Europäischer Arzneimittel-Agentur wird Epidyolex zur Behandlung von Krampfanfällen bei drei seltenen Erkrankungen eingesetzt: dem Dravet-Syndrom, dem Lennox-Gastaut-Syndrom und der tuberösen Sklerose. Alle drei sind schwere Epilepsieformen, die häufig auf klassische Therapien nicht ansprechen und meist im Kindesalter beginnen.

Das Dravet-Syndrom ist eine seltene genetisch bedingte epileptische Enzephalopathie. Das Lennox-Gastaut-Syndrom verbindet mehrere Anfallstypen mit einer Entwicklungsverzögerung. Die tuberöse Sklerose führt zu gutartigen Tumoren in mehreren Organen, auch im Gehirn. In allen Fällen wird das Mittel ergänzend zu anderen Antiepileptika und unter engmaschiger ärztlicher Kontrolle gegeben. In den Zulassungsstudien wurde eine deutliche Verringerung der Anfallshäufigkeit beobachtet, wobei die berichteten Werte je nach Studie und Patientengruppe schwanken.

Das muss deutlich gesagt werden: Diese Anwendungsgebiete liegen ausschließlich in der Entscheidung einer Fachärztin oder eines Facharztes. Die Zulassung bedeutet nicht, dass Cannabidiol Epilepsie allgemein heilt oder für jede Form dieser Erkrankung geeignet wäre. Die Studien betrafen eng umrissene Patientengruppen mit festen Protokollen, und ihre Ergebnisse lassen sich nicht auf Wohlbefindensprodukte übertragen. CBD-betonte Sorten gehören in eine ganz andere Welt, nämlich die des legalen Eigenanbaus. La Boutique 420 führt dazu Genetiken mit hohem CBD-Gehalt, die dem Anbau durch Volljährige dienen und keinerlei therapeutischen Anspruch erheben.

Dosierung, Nebenwirkungen und ärztliche Überwachung

Die Dosierung von Epidyolex richtet sich nach dem Körpergewicht und wird schrittweise gesteigert, bis die vom Arzt festgelegte Erhaltungsdosis erreicht ist. Die Lösung wird zweimal täglich eingenommen. Konkrete Mengen legt allein die behandelnde Fachärztin oder der behandelnde Facharzt fest, abhängig vom Verlauf und von den übrigen Medikamenten. Maßgeblich sind stets die aktuelle Fachinformation und die ärztliche Anweisung, nicht Angaben aus dem Internet.

Als häufige Nebenwirkungen werden unter anderem Schläfrigkeit, Appetitlosigkeit, Durchfall, Fieber, Müdigkeit und Erbrechen berichtet. Weil Cannabidiol über Leberenzyme verstoffwechselt wird, gehören regelmäßige Kontrollen der Leberwerte zur Therapie. Wer Beschwerden bemerkt, bespricht sie mit der behandelnden Praxis, statt die Dosis eigenmächtig zu ändern.

Wer hat Epidyolex entwickelt?

Epidyolex geht auf GW Pharmaceuticals zurück, ein 1998 gegründetes britisches Unternehmen, das sich auf Cannabis-Arzneimittel spezialisiert hat. Über zwei Jahrzehnte baute es unter staatlicher Lizenz eine seltene Kompetenz im pharmazeutischen Anbau standardisierter Pflanzen und in der Extraktion medizinischer Cannabinoide auf.

Bekannt geworden war das Unternehmen zuvor mit Sativex. Doch erst dieses Antiepileptikum brachte es an die Weltspitze. Das Entwicklungsprogramm umfasste große klinische Studien mit Patienten, deren Epilepsieformen als besonders schwer behandelbar gelten. Diese Daten überzeugten zuerst die FDA und anschließend die europäischen Behörden.

2021 übernahm der US-Konzern Jazz Pharmaceuticals GW Pharmaceuticals für rund 7,2 Milliarden Dollar. Das Medikament wurde damit zu einem der zentralen Werte dieser Transaktion und zeigt, dass pharmazeutisches Cannabidiol längst ein ernstzunehmender Wirtschaftszweig ist.

GW Pharmaceuticals, das britische Labor hinter dem Medikament Epidyolex

Wie wurde Epidyolex von FDA und EMA zugelassen?

Der regulatorische Weg dieses Präparats war ein historisches Novum. Im Juni 2018 erteilte die FDA ihre Zulassung, womit erstmals ein aus Cannabis gewonnenes Arzneimittel in den USA freigegeben wurde. Grundlage waren mehrere placebokontrollierte Studien, die eine deutliche Verringerung der Anfallshäufigkeit zeigten.

Europa folgte im September 2019, als die Europäische Kommission auf Empfehlung der Europäischen Arzneimittel-Agentur die Marktzulassung unter dem Namen Epidyolex erteilte. Sie stützte sich auf dieselbe Datenbasis wie die amerikanische Entscheidung. Das Mittel besitzt zudem einen Orphan-Drug-Status, wie er für Arzneimittel gegen seltene Erkrankungen vorgesehen ist.

Die wichtigsten Etappen dieser Anerkennung:

  • 2018 lässt die FDA das Medikament in den USA für das Dravet- und das Lennox-Gastaut-Syndrom zu.
  • 2019 erteilt die EU die Zulassung unter dem Namen Epidyolex.
  • 2020 wird die US-Zulassung auf die tuberöse Sklerose erweitert.
  • In Europa regeln die nationalen Behörden anschließend Verordnung und Kostenerstattung.

Epidyolex oder frei verkäufliches CBD: worin liegt der Unterschied?

Der entscheidende Unterschied betrifft den rechtlichen Status und die Beweislage. Auf der einen Seite steht ein Arzneimittel, dessen Wirksamkeit in klinischen Studien belegt wurde, dessen Herstellung pharmazeutischen Normen folgt und das nur auf Rezept abgegeben wird. Auf der anderen Seite ein Wohlbefindensprodukt ohne zulässige Heilaussage, das ohne Verordnung erhältlich ist.

Auch die Reinheit unterscheidet sich. Das Medikament enthält milligrammgenau dosiertes, zu über 98 Prozent isoliertes Cannabidiol. Verbraucherprodukte weisen schwankende Konzentrationen auf und enthalten oft ein ganzes Spektrum an Cannabinoiden und Terpenen. Sie gibt es in vielen Formaten, von Gummies bis hin zu CBD-Blüten aus Nutzhanf, die dem Genuss oder der Entspannung dienen, nie der Behandlung.

Die Gegensätze lassen sich so zusammenfassen:

  • Das Arzneimittel ist rezeptpflichtig, frei verkäufliches CBD nicht.
  • Ersteres beruht auf klinischen Studien, letzteres unterliegt keiner solchen Nachweispflicht.
  • Die Konzentration des Medikaments ist festgelegt und kontrolliert, die von Verbraucherprodukten schwankt je nach Marke.
  • Der Status ist grundverschieden: Arzneimittel hier, Wohlbefinden dort.
Unterschied zwischen dem rezeptpflichtigen Epidyolex und frei verkäuflichem CBD

Ist Epidyolex in Deutschland erhältlich?

Ja, Epidyolex ist in Deutschland verfügbar, jedoch in einem eng gesteckten Rahmen. Verordnet wird es von Ärztinnen und Ärzten mit Erfahrung in der Epilepsiebehandlung, in der Regel Neurologen oder Neuropädiater. Frei zugänglich ist das Präparat nicht, und seine Abgabe setzt eine Diagnose voraus, die den zugelassenen Anwendungsgebieten entspricht.

Diese kontrollierte Verfügbarkeit unterstreicht eine einfache Tatsache: Epidyolex gehört in die regulierte Welt der Arzneimittel. Es ist weder mit CBD-Produkten zur Entspannung zu verwechseln noch mit dem Anbau eigener Pflanzen, der in Deutschland seit 2024 seinen eigenen rechtlichen Rahmen hat. Jeder dieser Bereiche folgt eigenen Regeln, und genau diese Trennung wollen die Behörden zum Schutz der Öffentlichkeit aufrechterhalten.

Der Eigenanbau durch Volljährige unterliegt in Deutschland den Regelungen des Cannabisgesetzes (CanG). Informieren Sie sich über die jeweils aktuellen rechtlichen Bestimmungen in Ihrem Wohnsitzland.

Epidyolex oder Sativex: wo liegen die Unterschiede?

Epidyolex und Sativex sind die beiden bekanntesten Cannabis-Arzneimittel aus dem Haus GW Pharmaceuticals, unterscheiden sich aber grundlegend. Sativex verbindet zwei Cannabinoide, THC und CBD, in einem Verhältnis nahe eins zu eins und wird als Mundspray angewendet. Das andere Präparat enthält nur einen Wirkstoff, hochreines Cannabidiol, als Lösung zum Einnehmen.

Auch die Anwendungsgebiete gehen auseinander. Sativex richtet sich gegen die Spastik bei multipler Sklerose, Epidyolex gegen seltene Epilepsie-Syndrome. Die folgende Tabelle fasst die Gegensätze zusammen.

KriteriumEpidyolex (Epidiolex)Sativex
WirkstoffHochreines Cannabidiol alleinTHC und CBD kombiniert
DarreichungsformLösung zum EinnehmenMundspray
HauptindikationSeltene Epilepsie-SyndromeSpastik bei multipler Sklerose
Erste ZulassungFDA 2018Europa, 2010er Jahre
THC-GehaltVernachlässigbarDeutlich

Beide Medikamente zeigen, dass medizinisches Cannabis kein einheitlicher Block ist. Je nach isoliertem Molekül und Krankheitsbild unterscheiden sich Formulierung und rechtlicher Rahmen erheblich. Das erklärt auch, warum die Forschung weitere Cannabinoide untersucht, in der Hoffnung, ein breiteres Spektrum an Bedürfnissen abzudecken.

Vergleich zwischen Epidyolex und Sativex, zwei Cannabis-Arzneimitteln

Häufige Fragen zu Epidyolex

Was ist Epidyolex und wofür wird es angewendet?

Epidyolex ist ein verschreibungspflichtiges Arzneimittel mit hochreinem Cannabidiol. Es wird bei Krampfanfällen im Rahmen des Dravet-Syndroms, des Lennox-Gastaut-Syndroms und der tuberösen Sklerose eingesetzt, stets ergänzend und unter ärztlicher Kontrolle. In den USA heißt dasselbe Präparat Epidiolex.

Ist Epidyolex rezeptfrei erhältlich?

Nein. Epidyolex ist rezeptpflichtig und wird nur auf ärztliche Verordnung abgegeben, in der Regel durch Fachärzte für Epilepsie. Ohne ärztliche Beurteilung ist es nicht erhältlich, anders als CBD-Produkte aus dem freien Handel.

Welche Nebenwirkungen hat Epidyolex?

Berichtet werden unter anderem Schläfrigkeit, Appetitlosigkeit, Durchfall, Fieber, Müdigkeit und Erbrechen. Weil Cannabidiol die Leber beansprucht, gehören regelmäßige Kontrollen der Leberwerte zur Behandlung. Alle Beschwerden gehören in die Hände der behandelnden Praxis.

Enthält Epidyolex THC?

Der THC-Gehalt ist vernachlässigbar. Die Aufreinigung trennt das Cannabidiol von den übrigen Cannabinoiden und führt zu einem Wirkstoff mit über 98 Prozent Reinheit. Das fehlende THC hat die Anerkennung als Arzneimittel erleichtert.

Kann Cannabidiol mit anderen Medikamenten wechselwirken?

Ja. Cannabidiol kann über bestimmte Leberenzyme die Wirkung anderer Arzneimittel verändern, weshalb die Leberwerte während der Therapie überwacht werden. Wer weitere Medikamente einnimmt, bespricht dies vor Beginn mit der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt.

Hat frei verkäufliches CBD dieselbe Wirkung wie dieses Medikament?

Nein. Frei verkäufliches CBD darf die in klinischen Studien nachgewiesenen Effekte nicht für sich beanspruchen. Das Arzneimittel wurde für eng umrissene Anwendungsgebiete geprüft, während Verbraucherprodukte dem Bereich Wohlbefinden zugeordnet bleiben.

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