The Real Seed Company: das britische Kollektiv, das Cannabis-Landrassen bewahrt

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The Real Seed Company ist ein britisches Kollektiv, das sich der Erhaltung von Cannabis-Landrassen in ihrer reinen, nicht hybridisierten Form widmet. Rund um die Figur Angus haben sich Sammler und Feldforscher zusammengefunden, die traditionelle Sorten Region für Region dokumentieren, vom Hindu Kush bis in den Himalaya. Wer sich für Genetiken mit dokumentierter Herkunft interessiert, kommt an diesem Projekt kaum vorbei. Hier erfahren Sie, wer dahintersteckt, welche Erhaltungsphilosophie das Kollektiv verfolgt und welche Landrassen es bewahrt.

Wer steckt hinter The Real Seed Company?

The Real Seed Company ist keine klassische Handelsmarke. Es handelt sich um eine Gruppe von Sammlern um Angus, der für seine ethnobotanische Dokumentationsarbeit bekannt ist. Der Anspruch des Kollektivs ist klar, fast schon aktivistisch: traditionelle Sorten im Originalzustand sichern und weitergeben, bevor sie verschwinden.

Während eine moderne Seedbank stabilisierte Hybriden für den Markt züchtet, geht dieses Projekt den umgekehrten Weg. Das Team reist, tauscht sich mit Bäuerinnen und Bauern vor Ort aus und bringt Saatgut direkt aus den Anbaugebieten mit. Jede Sorte wird nach ihrer Herkunftsregion katalogisiert, was das Kollektiv sofort von westlichen Breedern mit Ertragsfokus unterscheidet. Diese dokumentarische Genauigkeit macht es zu einer wertvollen Quelle für Forschende ebenso wie für Sortenliebhaber und erklärt seine Beständigkeit in einer Szene, in der Moden schnell kommen und gehen.

Entstanden ist das Projekt aus einer doppelten Leidenschaft für Reisen und Botanik. Über die Jahre hat The Real Seed Company ein Netz von Kontakten in abgelegenen Regionen geknüpft, vom Maghreb bis nach Südostasien und in die Hochtaler Afghanistans. Diese lokale Verankerung erklärt den Reichtum und die Seltenheit des Katalogs, während viele Seedbanks lediglich bereits verfügbare Genetiken erneut miteinander kreuzen.

Welche Erhaltungsphilosophie verfolgt das Kollektiv?

Die Philosophie beruht auf einem starken Gedanken: Eine Landrasse ist keine Wildpflanze, sondern ein vom Menschen geformtes Erbe. Das Kollektiv betont diesen oft missverstandenen Punkt. Landrassen sind domestizierte Populationen, die über viele Generationen von Bäuerinnen und Bauern einer Region für bestimmte Zwecke selektiert und an Klima und Böden angepasst wurden.

Nach Lesart des Kollektivs haben traditionelle Landwirte ihre Linien für drei große Verwendungen ausgelesen, die bis heute die Vielfalt der Landrassen prägen. Zuerst die Hanffaser, geschätzt für Reißfestigkeit und Länge in den Textilregionen. Dann der Samen als Nahrungsmittel, ölreich und ertragreich. Und schließlich das aromatische Harz, gefragt wegen seiner botanischen Eigenschaften und seines Terpenprofils.

Dieses Raster erklärt, warum reguläre, nicht hybridisierte Sorten im Katalog eine zentrale Rolle spielen. Landrassen vermehren sich über offene Bestäubung und behalten eine breite genetische Basis, was sie zu einem Reservoir der Biodiversität macht, das die Seedbank als gefährdet einstuft. Diese Populationen zu bewahren heißt, genetische Türen offenzuhalten, die die moderne Vereinheitlichung nach und nach schließt.

Erhaltung von Cannabis-Landrassen durch The Real Seed Company in einem Bergtal

Welche Landrassen bewahrt The Real Seed Company?

Das Kollektiv ordnet seine Genetiken nach Regionen, denn jede Landrasse ist an ihre lokale Umgebung angepasst. Man findet dort Charas-Typen aus Zentralasien ebenso wie tropische Ganja-Sorten aus Südasien. Zu den gesuchten Referenzen zählt die Malana Cream, der legendäre Charas aus dem Malana-Tal im indischen Himalaya. Die folgende Tabelle fasst die großen Familien zusammen, die das Kollektiv bewahrt.

Herkunftsregion Bekannte Landrassen Traditioneller Typ
Hindu Kush und Zentralasien Balkhi, Chitrali, Mazar-i-Sharif Charas (Indica)
Himalaya Gorkha Nepali, Malana, Kumaoni Mehrzweck
Südasien Kerala, Manipuri Ganja (Sativa)
Laos und Tai-Regionen Bokeo, Champasak Tropische Sativa
Östlicher Mittelmeerraum Cretan, Lebanese, Beldia Traditioneller Haschisch-Typ

Diese Vielfalt trifft sich mit der Arbeit anderer Erhaltungsspezialisten, etwa den Sativa-Landrassen von Ace Seeds. Wer diesem Kollektiv folgt, sucht genau solche seltenen Genetiken, die in klassischen Hybrid-Katalogen fehlen. Jeder Sortenname verweist auf ein Anbaugebiet, manchmal auf ein einziges Tal, und erzählt eine lokale Agrargeschichte. Diese lebendige Kartografie der Terroirs bildet einen genetischen Atlas, den weltweit nur wenige Strukturen dauerhaft pflegen. Die Malana Cream etwa verdankt ihren Ruf einer von Generation zu Generation weitergegebenen Handernte im Herkunftsdorf. Diese Linien zu dokumentieren heißt also auch, die menschlichen und kulturellen Praktiken zu bewahren, die sie geformt haben.

Wie sammelt The Real Seed Company ihre Genetiken?

Die Methode hat ebenso viel von einer Expedition wie von Wissenschaft. Das Kollektiv setzt auf Sammlung im Feld, im direkten Kontakt mit traditionellen Anbauern, statt auf den Zukauf bereits vermarkteter Samen. So bleiben Herkunft und Echtheit jeder Linie nachvollziehbar.

Der Erhaltungsprozess folgt einigen Prinzipien, die das Team konsequent anwendet:

  • Mit lokalen Bäuerinnen und Bauern arbeiten, die das eigentliche Wissen über ihre regionalen Sorten besitzen.
  • Die genaue geografische Herkunft und den kulturellen Kontext jeder Population dokumentieren.
  • Die offene Bestäubung erhalten, um die breite genetische Basis der Landrassen zu sichern.
  • Feldbeobachtungen mit der wissenschaftlichen Literatur zur Taxonomie des Cannabis abgleichen.

Dieser Anspruch erinnert an die großen historischen Häuser, etwa an das Landrace-Erbe von Sensi Seeds, das zur Sicherung zahlreicher afghanischer Genetiken beigetragen hat. Der Unterschied liegt im Maßstab: Die Gruppe konzentriert sich ausschließlich auf reine Formen und kreuzt sie nie mit modernen Sorten.

Feldsammlung von Landrace-Genetiken durch The Real Seed Company bei lokalen Bauern

Warum gilt das Kollektiv als Referenz?

Seinen Ruf verdankt The Real Seed Company der Verlässlichkeit ihrer Dokumentation. Das Kollektiv stützt sich auf anerkannte akademische Quellen und veröffentlicht ausführliche Analysen zu Herkunft und Einordnung der Landrassen. Diese Sorgfalt unterscheidet es von vielen Anbietern, die reine Genetiken behaupten, ohne dafür belastbare Belege zu liefern.

Wer weiß, dass eine Sorte an einem bestimmten Ort und bei namentlich bekannten Bauern gesammelt wurde, bewertet sie anders. Diese Rückverfolgbarkeit macht aus jedem Samen ein Stück lebendiges Erbe. Dieselbe Erhaltungslogik findet sich bei anderen Wegbereitern, etwa in den von Mr Nice bewahrten Linien. Das Kollektiv besetzt dennoch eine eigene Nische: die der reinen, sauber dokumentierten Landrasse.

Landrassen im Eigenanbau: was Sie erwartet

Eine Landrasse verhält sich im Anbau anders als eine moderne Hybride. Die Blütezeit fällt bei tropischen Sativas oft deutlich länger aus, der Wuchs bleibt hoch und weniger einheitlich, und die Pflanzen zeigen mehr Variation zwischen den Phänotypen. Genau darin liegt der Reiz: Wer selektiert, findet in einer Population echte Unterschiede in Aroma, Harzbildung und Reifezeit.

Praktisch heißt das: genügend Platz einplanen, im Outdoor-Anbau auf ein Klima achten, das zur Herkunftsregion passt, und beim Indoor-Anbau die Lichtphase geduldig führen. Eine Kush-Genetik aus dem Hindu Kush kommt mit kühlen Nächten zurecht, eine südostasiatische Sativa braucht Wärme und Zeit. Notieren Sie Ihre Beobachtungen über mehrere Zyklen, denn die Auslese ist bei Landrassen Teil der Arbeit.

Der Eigenanbau durch Volljährige unterliegt in Deutschland den Regelungen des Cannabiskontrollgesetzes (CanG). Informieren Sie sich über die jeweils aktuellen rechtlichen Bestimmungen in Ihrem Wohnsitzland.

Häufige Fragen zu The Real Seed Company

Was versteht man bei The Real Seed Company unter Landrassen?

Eine Landrasse ist eine domestizierte Sorte, die über viele Generationen lokal selektiert wurde. Sie ist weder eine Wildpflanze noch eine moderne Hybride, sondern eine an ihre Region angepasste Population mit breiter genetischer Basis.

Welche Vorteile bieten die Landrassen von The Real Seed Company gegenüber Hybriden?

Landrassen bringen eine große genetische Vielfalt und ursprüngliche Aromaprofile mit. Dafür sind sie weniger einheitlich als Hybriden und verlangen mehr Geduld sowie eine eigene Selektionsarbeit.

Nach welchen Regionen sind die Sorten geordnet?

Der Katalog folgt den Herkunftsgebieten: Hindu Kush und Zentralasien, Himalaya, Südasien, Laos und die Tai-Regionen sowie der östliche Mittelmeerraum. Jede Region steht für einen traditionellen Typ, von Charas bis Ganja.

Wie wachsen typische Landrassen unter verschiedenen Bedingungen?

Indica-Typen aus dem Hindu Kush bleiben kompakter und reifen früher, tropische Sativas werden hoch und brauchen eine lange Blütezeit. Im Outdoor-Anbau entscheidet vor allem, wie gut das lokale Klima zur Herkunftsregion passt.

Warum ist die Erhaltung von Landrassen wichtig?

Landrassen sind ein Reservoir an Biodiversität: Sie tragen Merkmale, die in der modernen Züchtung verloren gehen. Geht eine Population verloren, verschwindet mit ihr auch das lokale Wissen, das sie über Generationen geformt hat.

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