G13 Haze Genetik: Abstammung G13 x Haze, Linie von Mr Nice Seeds und Cannabis-Erbe
Die G13 Haze Genetik vereint zwei der meist erzählten Kapitel der Cannabis-Geschichte: die robuste afghanische Basis des G13-Klons und die aromatische Kopflastigkeit der Haze-Familie, die in den 1970er Jahren in Kalifornien entstand. Die ursprüngliche Version stammt von Mr Nice Seeds, wo Nevil Schoenmaker und Shantibaba den Klon mit einem Haze-Männchen kreuzten. Bei den Sorten von Mr Nice lebt diese Linie bis heute fort, während Seedbanks wie Barney's Farm eine eigene, modernere Lesart derselben Idee anbieten.
Seit dem Inkrafttreten des Cannabisgesetzes ist der Eigenanbau in Deutschland für Volljährige in engen Grenzen geregelt, und damit rückt eine sachliche Frage in den Vordergrund: Wie viel afghanische Indica, wie viel Haze-Prägung, welche Blütezeit und welcher Ertrag stecken tatsächlich in dieser Sorte? Dieser Beitrag ordnet die Abstammung ein, beschreibt das Terpenprofil und zeigt, was beim Anbau realistisch zu erwarten ist.
Welche Genetik hat die G13 Haze?
Die Sorte entsteht aus der Kreuzung eines weiblichen G13-Klons, einer afghanischen Indica mit legendärem Ruf, und einem Männchen aus der reinen Sativa-Linie Haze. Die von den Seedbanks angegebene Formel ist denkbar schlicht: G13 × Haze. Wichtig für die Einordnung: Die Version von Barney's Farm wird in vielen deutschen Quellen als Kreuzung aus G13 und einer Hawaiian Haze beschrieben, also als sativa-dominante Hybride mit eigenem Phänotyp. Beide Lesarten teilen denselben Elternteil, unterscheiden sich aber im Haze-Partner. Hinter der Urversion stehen drei Namen:
- Nevil Schoenmaker: niederländisch-australischer Züchter, Gründer der frühen Seed Bank, der die ersten reinen Sativas und den G13-Klon nach Europa brachte.
- Scott Blakey, genannt Shantibaba: Mitgründer von Greenhouse Seeds und später Mr Nice Seeds, bis heute in der Erhaltung historischer Klone aktiv.
- Howard Marks: britische Kultfigur, dessen Spitzname Mr Nice der Seedbank ihren Namen gab.
Botanisch treffen zwei Morphologien aufeinander. Der Indica-Anteil sorgt für einen kompakten Wuchs und breite Blätter, der Haze-Anteil streckt die Pflanze, weitet die Internodien und bringt die aromatische Feinheit. Andere Anbieter wie GreenLabel Seeds oder die Linie von G13 Labs arbeiten mit derselben Grundgleichung, selektieren aber teils indica-lastigere, teils sativa-lastigere Phänotypen.
Woher stammt die G13-Linie und warum ranken sich Legenden um sie?
Der originale G13 ist ein weiblicher afghanischer Klon, der seit den 1970er Jahren in amerikanischen Züchterkreisen zirkuliert. Um ihn hat sich eine hartnäckige Legende gebildet: Die Indica sei angeblich in einem staatlichen Universitätslabor entwickelt und von einem Mitarbeiter in die Untergrundszene weitergegeben worden. Verbreitet wurde diese Version von Fachmagazinen der 1980er und 1990er Jahre. Belegt ist sie nicht, ein administrativer Nachweis fehlt bis heute.
Unbestritten ist dagegen die genetische Durchsetzungskraft des Klons. Aus ihm gingen bekannte Sorten hervor, darunter die Liberty Haze aus dem Sortiment von Barney's Farm, Gewinnerin des Cannabis Cup 2011, sowie die MK Ultra von TH Seeds. Der G13 prägte damit den gedrungenen, aromatischen Phänotyp, der die amerikanisch-afghanische Linie von ihren Hindukusch-Verwandten unterscheidet.
Was steuert die Haze-Linie zum Erbe der G13 bei?
Die Haze-Familie entstand im Kalifornien der 1960er und 1970er Jahre rund um die sogenannten Haze Brothers. Sie kreuzten südamerikanische, mexikanische und thailändische Sativas zu einer reinen Sativa-Linie mit langer Blütezeit. Die klassische Abstammung einer Ur-Haze kombiniert eine kolumbianische Santa Marta Gold, eine mexikanische Sorte vom Typ Acapulco Gold und eine thailändische Sativa. In den 1980er Jahren gelangte dieses Erbe in die Niederlande, wo Nevil Schoenmaker es zu einer der Grundmatrizen seiner Zuchtarbeit machte.
Der Haze-Anteil verwandelt die gedrungene Indica-Basis in eine Hybride mit deutlich luftigerem Aufbau: Die Blütenstände sitzen lockerer, die Struktur wird höher, das Aroma gewinnt an Komplexität. Genau diese Doppelnatur macht die Identität der Kreuzung aus, eine massive G13-Basis mit würzigen Haze-Terpenen. Verwandte Nachkommen wie Silver Haze, Lemon Haze oder Amnesia Haze ziehen eine parallele Spur durch dieselbe Familie.
Wie sehen Aroma, Terpenprofil und Wirkung aus?
Das von den Züchtern angegebene Terpenprofil wird von Myrcen angeführt, das erdige und krautige Noten trägt. Caryophyllen steuert die pfeffrige Würze bei, Limonen sorgt für eine frische Zitrusnote, und Pinen zeichnet in den haze-lastigen Phänotypen ein harziges Kiefernfinale. Deutsche Quellen beschreiben das Aroma häufig als Mischung aus Kiefer und süßen Zitrusuntertönen, ergänzt um Anklänge von feuchter Erde, schwarzem Pfeffer und Salbei.
Zur Wirkung berichten Anbaudatenbanken und Nutzergemeinschaften übereinstimmend von einem euphorischen, kreativen Kopfgefühl, das später in eine körperliche Entspannung übergeht. Diese Beschreibungen stammen aus Erfahrungsberichten und Angaben der Seedbanks, sie sind keine medizinische Aussage und keine Wirkversprechen. Wer die Sorte einordnen möchte, sollte sie eher den kopflastigen Haze-Hybriden zurechnen als den reinen afghanischen Indicas.
Welche Versionen bieten die Seedbanks an und wie verläuft der Anbau?
Mehrere Seedbanks haben die Kreuzung über die Jahre bearbeitet, mit spürbaren Unterschieden bei Stabilität, Wuchsform und Zykluslänge. Die Fassung von Mr Nice Seeds bleibt die historische Referenz und wird als reguläre Saat geführt: reguläre Sorten erlauben es, ausgewählte Männchen für eigene Zuchtprojekte zurückzugewinnen. Barney's Farm liefert die modernere, feminisierte und stärker standardisierte Lesart, die heute am weitesten verbreitet ist. Wer lieber ausschließlich blühende Pflanzen zieht, greift zu feminisierten Sorten.
| Seedbank | Form | Angegebene Blütezeit | Signatur |
|---|---|---|---|
| Mr Nice Seeds | Regulär | 10 bis 11 Wochen | Urversion von Nevil und Shantibaba |
| Barney's Farm | Feminisiert | 9 bis 11 Wochen | Moderne, stabilisierte Fassung |
| GreenLabel Seeds | Regulär | 10 bis 11 Wochen | Angegeben mit 80 % Indica |
| G13 Labs | Feminisiert | 9 bis 10 Wochen | Breit verfügbare Handelslinie |
Im Indoor-Anbau bleibt die Pflanze für eine sativa-dominante Hybride vergleichsweise kompakt, was sie auch für begrenzte Zeltmaße handhabbar macht. Die Keimung gelingt bei rund 22 bis 25 °C in feuchtem, nicht nassem Substrat. In der Wachstumsphase belohnt die Sorte eine gleichmäßige Nährstoffgabe und ein sanftes Low-Stress-Training, das die gestreckten Haze-Triebe auf eine Höhe bringt. Die Blütezeit liegt nach Angaben mehrerer Quellen bei etwa neun bis zehn Wochen, im Outdoor-Anbau reift sie entsprechend spät. Der Ertrag pro Quadratmeter fällt je nach Phänotyp und Lichtstärke unterschiedlich aus, weshalb die Herstellerangaben der jeweiligen Seedbank die verlässlichste Orientierung bleiben.
Warum taucht der Name im CBD-Segment wieder auf?
Mit der Strukturierung des europäischen CBD-Markts haben viele historische Sortennamen ein zweites Leben als cannabidiolreiche Blüten begonnen. Auch dieser Klassiker wird regelmäßig von Produzenten aufgegriffen, und der Name verspricht sofort ein Aroma und eine Herkunft, zwei starke Argumente in einem umkämpften Segment. Wer die Aromenwelt kennenlernen möchte, findet sie in ähnlicher Form bei den CBD-Blüten wieder.
Genetisch bilden diese Blüten das ursprüngliche Cannabinoidprofil allerdings nicht ab. Sie beruhen auf gesetzlich zulässigen, CBD-reichen Selektionen und behalten vor allem die terpenische Handschrift der Vorlage. Diese aromatische Kontinuität erklärt, warum der Name der Kreuzung von Nevil und Shantibaba auch einem breiteren Publikum noch geläufig ist.
Rechtliche Hinweise zum Eigenanbau
Der Eigenanbau durch Volljährige unterliegt in Deutschland den Regelungen des Cannabisgesetzes (CanG). Informieren Sie sich über die jeweils aktuellen rechtlichen Bestimmungen in Ihrem Wohnsitzland.
Häufige Fragen zur G13 Haze
Welche Genetik hat die G13 Haze?
Die G13 Haze Genetik beruht auf der Kreuzung des afghanischen G13-Klons mit der Haze-Linie. Mr Nice Seeds nutzte dafür eine reine Haze-Sativa, während die Fassung von Barney's Farm meist als Kreuzung mit einer Hawaiian Haze beschrieben wird. Das Ergebnis ist in beiden Fällen eine sativa-dominante Hybride.
Wie stark ist die G13 Haze?
Erfahrungsberichte beschreiben eine kraftvolle, euphorische Wirkung mit später einsetzender Entspannung. Die Sorte gilt daher als eher etwas für erfahrene Konsumenten. Diese Angaben stammen aus Nutzerberichten und Herstellerbeschreibungen, nicht aus klinischen Studien.
Welche Aromen sind typisch für diese Sorte?
Am häufigsten genannt werden Kiefer, süße Zitrusnoten, feuchte Erde und schwarzer Pfeffer. Diese Palette entspricht der Dominanz von Myrcen und Caryophyllen im angegebenen Terpenprofil, ergänzt um Limonen für die zestige Frische.
Wie lange dauert die Blütezeit?
Mehrere Quellen nennen etwa neun bis zehn Wochen, die reguläre Version von Mr Nice Seeds wird mit zehn bis elf Wochen angegeben. Der genaue Zeitpunkt der Ernte hängt vom Phänotyp und den Anbaubedingungen ab.
Gab es den G13 wirklich?
Der originale G13-Klon ist als stabile afghanische Indica dokumentiert, die seit den 1970er Jahren unter Züchtern zirkuliert. Die Legende vom staatlichen Labor wurde nie belegt. Die genetische Abstammung der Nachkommen ist dagegen nachvollziehbar dokumentiert.
Worin unterscheidet sie sich von der Liberty Haze?
Beide teilen den G13 als Elternteil, doch die Liberty Haze wurde mit einer Chem Dawg gekreuzt, was ein dieselartiges, erdiges Aroma ergibt. Die Haze-Handschrift bleibt in der Version von Mr Nice Seeds deutlicher spürbar.
Ein Erbstück zwischen afghanischer Legende und kalifornischer Haze
Die Sorte bündelt zwei starke Erzählungen der Cannabis-Geschichte: den Mythos um den afghanischen G13-Klon und das kalifornische Erbe der Haze-Familie. Stabilisiert von Mr Nice Seeds, neu gelesen von Barney's Farm und weiteren Seedbanks, bleibt sie eine der meistzitierten Hybriden der modernen Sortengeschichte. Für alle, die diese Linie im legalen Eigenanbau nachvollziehen wollen, führt der direkteste Weg weiterhin über die Arbeit der Züchter, die den Klon bewahrt haben.
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