Liberty Haze von Barney's Farm: Genetik G13 x ChemDawg 91, Cannabis Cup 2011 und Terpenprofil

Kategorien : Spezifische Sorte
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Die 2011 von Barney's Farm vorgestellte Liberty Haze markiert einen Wendepunkt in der Welt der modernen Genetiken. Aus der Kreuzung eines selektierten G13-Männchens mit einer schnell blühenden ChemDawg 91 entstand eine Sorte, die 2011 den High Times Cannabis Cup in der Kategorie Sativa gewann und ihren Status 2012 beim IC 420 Growers Cup bestätigte. Sie gilt bis heute als eine der stabilsten Haze-Linien im Katalog des Züchters: kurze Blütezeit von 8 bis 9 Wochen, ein von Limonen dominiertes Terpenprofil und ein kompakter Wuchs trotz Sativa-Anteil. Dieser Artikel zeichnet die Abstammung nach, ordnet den Cup-Sieg ein, beschreibt das Aroma und die botanischen Eigenschaften und vergleicht die Sorte mit anderen Ikonen sowie mit ihren eigenen Nachkommen.

Was ist die Liberty Haze und warum hat sie Geschichte geschrieben?

Die Liberty Haze ist eine feminisierte Sorte, die 2011 vom Amsterdamer Züchter Barney's Farm vorgestellt wurde. Offiziell wird sie als Indica/Sativa-Hybrid beschrieben, verhält sich in ihren ausgeprägtesten Phänotypen jedoch Sativa-dominant. Der Sieg beim Cannabis Cup 2011 in der Kategorie Sativa verschaffte ihr sofort internationale Bekanntheit, und zwar in einer Zeit, in der die niederländische Szene den Aufstieg importierter US-Genetiken erlebte. Sie gehört zu jener Übergangsgeneration, die kalifornische Linien (ChemDawg) mit einer historischen Referenz (G13) verband.

Über den Titel hinaus wird diese Selektion vor allem deshalb genannt, weil sie eine damals seltene Kombination populär machte: eine kurze Blütezeit bei einer Pflanze mit Haze-Profil, während reine Haze-Sorten traditionell 10 bis 14 Wochen benötigen. Diese Verkürzung des Zyklus ebnete einer ganzen Welle zugänglicherer Haze-Hybriden den Weg, ohne auf das typische Zitrusaroma der Familie zu verzichten. Wer den Einstieg über stabile feminisierte Sorten sucht, findet in dieser Linie einen Klassiker der frühen 2010er Jahre.

Welche Genetik steckt hinter der Liberty Haze?

Laut Züchterangabe von Barney's Farm, die auch von Datenbanken wie Seedfinder übernommen wird, entstand diese Genetik aus der Kreuzung eines selektierten G13-Männchens mit einer schnell blühenden ChemDawg 91. Die G13-Seite bringt die historische Indica-Linie ein, die seit den 1980er Jahren gepflegt wird, unter anderem von G13 Labs und mehreren amerikanischen Züchtern. Die ChemDawg 91 steuert das durchdringende chemische Profil und die kalifornische Wuchskraft aus dem Skunk-VA-Erbe bei. Dieses doppelte Erbe erklärt, warum der Hybrid dichte Buds nach Indica-Art mit der zerebralen Note der Chem-Linien verbindet.

Der veröffentlichte Stammbaum erlaubt eine erweiterte Lesart. Mütterlicherseits stammt die ChemDawg 91 aus einem unbekannten Hybrid aus dem historischen Chem-Umfeld. Väterlicherseits wird der Zweig gelegentlich als G13 Haze beschrieben, also als Kreuzung aus einer G13 und einer hawaiianischen Sativa. Diese Unschärfe rührt daher, dass kalifornische Züchter G13 mitunter als Kurzform für Phänotypen nahe der Ursprungslinie verwenden. In jedem Fall gehört die Sorte zur erweiterten Familie der G13-x-Chem-Hybriden, zu der auch Referenzen wie die G13 Power Skunk oder die Chem 13 zählen.

Stammbaum der Liberty Haze: Kreuzung aus G13 und ChemDawg 91

Wie hat Barney's Farm die Liberty Haze entwickelt?

Barney's Farm wurde Ende der 1980er Jahre in Amsterdam rund um den Barney's Coffeeshop gegründet und besitzt einen der meistausgezeichneten Kataloge der europäischen Szene. Der Züchter baute seinen Ruf auf Indica-Sativa-Kreuzungen wie LSD, Tangerine Dream oder Critical Kush auf. Die Liberty Haze entstand in derselben Logik: das Beste der aufkommenden kalifornischen Genetiken (ChemDawg) einfangen und mit den Klassikern des Hauses verbinden.

Mehrere Jahre interner Selektion führten zu zwei Hauptphänotypen. Der erste ist länger und deutlich Sativa-dominant, mit gestreckter Blüte und luftigem Wuchs. Der zweite ist kürzer und kompakter, blüht schneller und entspricht der angegebenen Blütezeit von 8 bis 9 Wochen im Indoor-Anbau. Genau dieser Phänotyp wurde für die feminisierte Version ausgewählt, damit die Genetik von Tüte zu Tüte homogen bleibt und im Eigenanbau planbar wird.

Warum hat die Liberty Haze den Cannabis Cup 2011 gewonnen?

Der High Times Cannabis Cup 2011 fand Ende November in Amsterdam statt. Die Sorte belegte dort den ersten Platz in der Kategorie Sativa, in einem besonders umkämpften Jahrgang, der vom Aufstieg der OG-Kush-Genetiken und der amerikanischen Diesel-Linien geprägt war. Bis heute zählt sie in den Bestenlisten zu den am häufigsten prämierten Sorten von Barney's Farm, gemeinsam mit anderen kalifornisch geprägten Sorten jener Dekade.

Drei Kriterien gaben 2011 den Ausschlag: die Stabilität des vorgestellten Phänotyps, die Fülle des in der Verkostung wahrgenommenen Terpenprofils und die sichtbare Trichombildung am Ende der Blüte. Der Hybrid erfüllte alle drei Punkte, mit dichten, harzüberzogenen Blüten und roten bis purpurnen Blütenhaaren zum Zyklusende. Ein Jahr später wurde dieselbe Genetik von Soma beim IC 420 Growers Cup 2012 präsentiert und gewann erneut einen ersten Platz in der Kategorie Sativa. Zwei Auszeichnungen in zwei verschiedenen Wettbewerben, das spricht für die Robustheit der Selektion.

Cannabis Cup 2011 in Amsterdam: Liberty Haze gewinnt die Kategorie Sativa

Wie sieht das Terpenprofil und das Aroma der Liberty Haze aus?

Das für die Liberty Haze angegebene Aroma wird von lebendigen Zitrusnoten bestimmt. Verkostungsberichte und Datenbanken nennen ein stabiles Terpen-Trio: Limonen als Hauptterpen, Caryophyllen als sekundäre Note, Myrcen im Hintergrund. Daraus ergibt sich das typische Bouquet aus Zitrone, frischer Limette und Zitronengras, mit einem leicht pfeffrigen, würzigen Abgang. Manche Beschreibungen ergänzen erdige und moschusartige Nuancen, die je nach Phänotyp unterschiedlich stark hervortreten.

Limonen, ein Monoterpen, das auch in Zitrusschalen vorkommt, ist die botanische Signatur der Linie. Myrcen, das häufigste Terpen der Cannabispflanze, sorgt für eine krautige Rundung, die den Zitrusauftakt ausbalanciert. Caryophyllen trägt die pfeffrige Note, die in reiferen Phänotypen deutlicher wird. Wer Terpenprofile praktisch vergleichen möchte, findet bei den aromatischen CBD-Blüten aus dem Sortiment von La Boutique 420 ein anschauliches Gegenstück zu dieser Palette.

TerpenAromanotenAnteil in der Liberty Haze
LimonenZitrone, Limette, frische ZitrusfruchtDominant
CaryophyllenPfeffer, Gewürze, HolzSekundär
MyrcenKrautig, Mango, erdigVorhanden

Welche botanischen Eigenschaften und Anbaudaten gibt der Züchter an?

Botanisch beschreibt die offizielle Züchterangabe eine mittelgroße Pflanze von etwa 90 bis 100 cm im Indoor-Anbau, wobei einzelne Quellen bis zu 110 cm nennen. Der Wuchs gilt als mittelbuschig mit spürbarem Umfang, was trotz Sativa-Dominanz auch in begrenzten Räumen funktioniert. Die zentralen Colas sind dicht und lang und legen in den letzten drei Wochen der Blüte spürbar zu, begleitet von einer intensiven Harzproduktion.

Die vom Züchter angegebenen Eckdaten im Überblick:

  • Genetik: G13 x ChemDawg 91, Indica/Sativa je nach Phänotyp
  • Blütezeit indoor: 60 bis 65 Tage, also 8 bis 9 Wochen
  • Reife outdoor: Ende September bis Anfang Oktober auf der Nordhalbkugel
  • Wuchshöhe indoor: rund 90 bis 100 cm
  • Ertrag indoor: bis zu 500 bis 600 g/m² unter optimalen Bedingungen
  • THC-Gehalt: hoch, laut Züchterangabe bis 25 %, CBD um 1,8 %
  • Erhältlich als feminisierte, photoperiodische Samen

Für den Eigenanbau bedeutet das: ein überschaubarer Zyklus, ein kompakter Wuchs, der sich mit einfachem Low-Stress-Training gut lenken lässt, und ein Erntefenster, das sich an der Trichomfärbung ablesen lässt. Die Wirkung wird von Züchter und Anbauberichten übereinstimmend als euphorisch und zerebral beschrieben, mit einer kreativen, mental stimulierenden Note. Solche Angaben bleiben Erfahrungswerte und variieren je nach Person, Phänotyp und Anbaubedingungen.

Der Eigenanbau durch Volljährige unterliegt in Deutschland den Regelungen des Cannabisgesetzes (CanG). Informieren Sie sich über die jeweils aktuellen rechtlichen Bestimmungen in Ihrem Wohnsitzland.

Botanische Merkmale der Liberty Haze: Trichome, rote Blütenhaare und dichte Buds

Wie schlägt sich die Liberty Haze gegen andere Ikonen?

Die Sorte steht im Segment der modernen, schnell blühenden Hybriden, in dem sich auch Blue Dream, Sour Diesel oder Super Silver Haze bewegen. Gegenüber der Blue Dream fällt das Terpenprofil deutlich zitrusbetonter aus, wo die kalifornische Ikone auf Heidelbeernoten setzt. Der Wuchs bleibt zudem kompakter als bei den langen Blue-Dream-Phänotypen, was die Liberty Haze in kleinen Zelten handlicher macht.

Verglichen mit der Super Silver Haze von Green House Seeds, ebenfalls eine historische Cup-Siegerin, verkürzt der Hybrid den angegebenen Zyklus um rund drei Wochen. Genau diese seltene Kombination aus Haze-Charakter und 8 bis 9 Wochen Blüte erklärt den Sieg beim Cannabis Cup 2011. Die Haze-Familie teilt mit der Kush-Linie zahlreiche Kreuzungen, die einen Großteil des heutigen Marktes prägen: Diese Genetik steht für den Chem-G13-Weg, während die OG-Kush-Linie den Weg über ChemDawg und Hindu Kush ging.

Welche Hybriden entstanden aus der Liberty Haze?

Mehrere amerikanische Züchter nutzten diesen Cultivar als Elternteil für eigene Linien. Genealogiedatenbanken führen mindestens sieben dokumentierte direkte Nachkommen:

  • Gas Money (Monster Flowers): Liberty Haze x Guava D, fruchtiger dichter Hybrid
  • Jordan Page-A (Desert King Mountain High Seed Co.): Liberty Haze x Kaboom
  • Liberty Star (MadCat's Backyard Stash): Liberty Haze x StarKiller OG, OG-Haze-Linie
  • Logi (Boston Bob): Liberty Haze x Kogi (NorStar Genetics), kompakter Hybrid
  • Raspberry Beret (The Highlander Cannabis): Afghan x Northern Lights x Liberty Haze
  • Ric Flair '93 (Red Bee Seeds): Liberty Haze x Space Ghost
  • Solar Freeze (Staff Selects): Liberty Haze x Early Wonder Skunk

Diese Nachkommenschaft belegt den genetischen Wert der Selektion in der kalifornischen Szene nach 2012. Genutzt wird sie vor allem als Träger von Haze-Stabilität bei verkürzter Blüte, also zwei sich ergänzende Eigenschaften für Züchter, die ihre Linien modernisieren wollen. Für Anbauerinnen und Anbauer erklärt dieses Netz an Nachkommen, warum die Genetik regelmäßig als Schlüssellinie der 2010er Jahre genannt wird, an der Schnittstelle zwischen niederländischer Haze-Tradition und kalifornischer Innovation.

Nachkommen der Liberty Haze: Stammbaum kalifornischer Cannabis-Züchter

Häufige Fragen zur Liberty Haze

Wie lange dauert die Blütezeit bei der Liberty Haze?

Barney's Farm gibt für die Liberty Haze eine Indoor-Blütezeit von 60 bis 65 Tagen an, also 8 bis 9 Wochen. Im Freien reift sie auf der Nordhalbkugel Ende September bis Anfang Oktober.

Ist die Liberty Haze eine Sativa oder eine Indica?

Der Züchter beschreibt sie als Indica/Sativa-Hybrid mit Sativa-Dominanz in den ausgeprägtesten Phänotypen. Ihr Wuchs bleibt dank des G13-Erbes kompakter als bei reinen Sativas.

Welchen Geschmack und welches Aroma hat die Liberty Haze?

Das Profil wird von Limonen bestimmt: Zitrone und Limette im Vordergrund, dazu erdige und würzige Nuancen aus Caryophyllen sowie eine krautige Myrcen-Basis.

Eignet sich die Liberty Haze für Indoor- oder Outdoor-Anbau?

Beides ist möglich. Indoor bleibt sie mit rund 90 bis 100 cm handlich, outdoor reift sie in gemäßigten Klimazonen bis Anfang Oktober. Der Eigenanbau richtet sich nach den jeweils geltenden Bestimmungen.

Welchen Ertrag kann man erwarten?

Die Züchterangabe nennt indoor bis zu 500 bis 600 g/m² unter guten Bedingungen. Der tatsächliche Ertrag hängt von Licht, Substrat, Nährstoffen und Erfahrung ab.

Wie wirkt die Liberty Haze auf Körper und Geist?

Züchter und Anbauberichte beschreiben eine euphorische, zerebrale und kreativ anregende Wirkung. Solche Angaben sind Erfahrungswerte und fallen je nach Person und Phänotyp unterschiedlich aus.

Gibt es eine Autoflower-Version der Liberty Haze?

Nein. Barney's Farm führt diese Genetik ausschließlich als feminisierte, photoperiodische Samen. Eine offizielle Autoflower-Variante existiert nicht.

Die Liberty Haze, Schlüsselgenetik der modernen Hybriden

Die Liberty Haze nimmt im genetischen Erbe des Cannabis einen besonderen Platz ein. Aus einer durchdachten Kreuzung zwischen einer historischen G13 und einer schnell blühenden ChemDawg 91 entstanden, brachte sie das zitrusgeprägte Haze-Register in einen kurzen Zyklus von 8 bis 9 Wochen, wo reine Haze-Sorten traditionell deutlich länger brauchten. Der Sieg beim Cannabis Cup 2011, bestätigt durch den IC 420 Growers Cup 2012, machte sie zu einer dauerhaften Referenz, die zahlreiche kalifornische Züchter für eigene Hybriden aufgriffen. Wer weitere prämierte Linien desselben Hauses entdecken möchte, findet im Sortiment des Amsterdamer Züchters die Sorten, die seine Entwicklung geprägt haben.

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