Gorilla Glue (GG4): Genetik, Herkunft und Geschichte der legendären Sorte

Kategorien : Spezifische Sorte
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Gorilla Glue, offiziell bekannt als GG4 (Gorilla Glue #4), zählt zu den bekanntesten Cannabis-Sorten des letzten Jahrzehnts. Sie entstand 2013 durch eine zufällige Bestäubung bei den Breedern Joesy Whales und Lone Watty (GG Strains Inc.) und verdankt ihren Namen dem klebrigen Harz, das die Trimmscheren so stark verklebte, dass sie buchstäblich aneinander haften blieben. Aus der Kreuzung Chem's Sister × Sour Dubb × Chocolate Diesel hervorgegangen, gewann diese Hybride zwischen 2014 und 2015 drei High Times Cannabis Cups in Folge. In diesem Ratgeber erfahren Sie alles über die Herkunft des Namens, die genaue Genetik, die Varianten GG1, GG4 und GG5, das typische Terpenprofil sowie die Wirkung und den Anbau der Sorte.

Was ist Gorilla Glue? Herkunft des Namens

Diese US-amerikanische Hybride entstand bei GG Strains Inc., einem von den Breedern Joesy Whales und Lone Watty in Nevada gegründeten Betrieb. Die Geschichte hinter dem Namen ist in der Cannabis-Community längst legendär: Beim Trimmen der ersten Ernten war das Harz an den Knospen so üppig und klebrig, dass die Scheren regelrecht zusammenklebten, ähnlich wie bei einer Tube Industriekleber, dem berüchtigten „gorilla glue". Die Linie trug zunächst diesen Handelsnamen und wurde 2017 nach einem Markenrechtsstreit mit dem US-Klebstoffhersteller The Gorilla Glue Company in GG4 umbenannt.

Der Vergleich wurde im September 2017 außergerichtlich beigelegt: Der Breeder entfernte den Zusatz Gorilla Glue aus dem Handelsnamen, behielt aber das Kürzel GG (für Gorilla Genetics) zur Kennzeichnung seiner Phänotypen. Trotz dieser offiziellen Änderung wird der ursprüngliche Name von Liebhabern und internationalen Seedbanks weiterhin verwendet. Die Genetik wird heute unter Lizenz von mehreren renommierten Banken vertrieben, darunter die Auswahl von Original Sensible Seeds, Barney's Farm und Royal Queen Seeds.

Die Genetik: Chem's Sister × Sour Dubb × Chocolate Diesel

Die Genetik dieser Sorte beruht auf einer selten präzisen Dreifachkreuzung dreier US-amerikanischer Kultsorten: Chem's Sister, Sour Dubb und Chocolate Diesel. Jede dieser drei Linien steuert eine eigene Facette zum Endprofil bei.

ElternsorteTypBeitrag zum Profil
Chem's SisterSativa-dominantDiesel-Noten, würzige Terpene, kräftiger Wuchs
Sour DubbIndica-dominantreichlich Harz, säuerliches Aroma, dichte Blüten
Chocolate DieselSativa-dominantSchokoladen-Noten, tiefes Terpenprofil, harziger Ertrag

Diese Kombination macht GG4 zu einer leicht indica-dominanten Hybride (je nach Phänotyp etwa 60 % Indica und 40 % Sativa). Das auffälligste botanische Merkmal ist der außergewöhnliche Harzreichtum: Die Blüten zeigen eine der höchsten Trichomdichten, die je bei einer stabilisierten Sorte beobachtet wurden.

Die ursprüngliche Kreuzung entstand durch einen Zufall: Eine Chem's-Sister-Pflanze wurde von einem hermaphroditischen Sour-Dubb-Männchen bestäubt, anschließend wurde die Nachkommenschaft mit einer Chocolate Diesel gekreuzt, um die Linie zu stabilisieren. Aus dieser zufälligen Abfolge gingen mehrere Phänotypen hervor, die Joesy Whales und Lone Watty von GG1 bis GG5 nummerierten.

Gorilla Glue GG4 Genetik: Kreuzung aus Chem's Sister, Sour Dubb und Chocolate Diesel

Die Varianten GG1, GG4 und GG5

Nur wenige wissen, dass die Original Glue nicht die einzige Variante aus dem Labor von GG Strains Inc. ist. Die Breeder entwickelten aus derselben Ausgangskreuzung mehrere stabilisierte Phänotypen, jeweils nach ihrer botanischen Ausprägung nummeriert:

  • GG1 (Sister Glue): ein eher sativa-dominanter Phänotyp mit etwas längerer Blütezeit, ausgeprägten Zitrusnoten und der luftigen Struktur typischer Sativa-Sorten.
  • GG4 (Original Glue): der berühmteste Phänotyp, Gewinner der drei Cannabis Cups. Ausgewogenes Indica/Sativa-Profil, maximaler Harzgehalt, Diesel-Schokoladen-Aroma und Rekord-Trichomdichte.
  • GG5 (New Glue): eine indica-lastigere Version mit kurzer Blütezeit, ausgeprägter Caryophyllen-Dominanz und einem erdigeren Profil mit fruchtigen Nuancen.

Variante Nummer 4 bleibt die weltweite Referenz und die am breitesten verbreitete Version der internationalen Seedbanks. Sie wurde auch am stärksten als feminisierte Samen und in einer Autoflowering-Version stabilisiert, letztere durch Einkreuzung einer Ruderalis-Linie für einen kürzeren botanischen Zyklus. Nebenbei bemerkt: Einige Breeder-Kataloge führen zusätzlich GG2- und GG3-Phänotypen, doch diese wurden nie offiziell stabilisiert. Nur GG1, GG4 und GG5 stehen in der 2017 von GG Strains Inc. veröffentlichten Nomenklatur.

Aroma und Terpenprofil

Das Aroma ist eine der unverkennbarsten Signaturen des modernen Cannabis. Die Blüten verströmen ein dichtes, komplexes Bouquet aus Diesel, geröstetem Kaffee, dunkler Schokolade, feuchter Erde und einer leicht scharfen, chemischen Spitze. Diese Vielfalt erklärt sich durch die Zusammensetzung der Terpene, jener Aromastoffe, die das Bouquet einer Sorte prägen.

Dominantes TerpenAroma-Noterelative Präsenz
Caryophyllenpfeffrig, würzig, holzigdominant
Limonenzitrusartig, frischsekundär
Myrcenerdig, moschusartig, kräuterigsekundär
Humulenhopfig, holzigin Spuren

Die Caryophyllen-Dominanz erklärt das charakteristisch pfeffrige Profil, das auch bei Chemdog oder OG Kush vorkommt. Beta-Caryophyllen wird in der Cannabis-Forschung besonders beachtet, da ihm eine Affinität zu den CB2-Rezeptoren zugeschrieben wird. Damit reiht sich die Sorte unter die kräftigen kalifornischen Genetiken ein, neben Klassikern wie Gelato oder Larry Bird Gelato 33.

Aromaprofil der Gorilla Glue GG4: Terpene Caryophyllen, Limonen und Myrcen

Wirkung und Effekte der Sorte

In der Cannabis-Community gilt GG4 als eine der potenteren Hybriden, wobei die Wahrnehmung der Stärke subjektiv ist und von individuellen Faktoren abhängt. Häufig beschrieben werden ein körperbetonter, entspannender Charakter (der oft zitierte „Couch-Lock") sowie ein hoher Harzgehalt, der das intensive Aroma trägt. Da die THC-Werte je nach Quelle und Phänotyp deutlich schwanken, verzichten wir hier bewusst auf feste Zahlen.

Cannabis wirkt bei jeder Person unterschiedlich. Wer den Konsum in Betracht zieht, sollte sich über die gesundheitlichen Aspekte informieren, die geltenden Regelungen beachten und maßvoll vorgehen. Die Angaben in diesem Abschnitt sind rein informativ und stellen keine Konsumempfehlung dar.

Anbau und Blütezeit

Im Rahmen der aktuellen Gesetzgebung interessiert sich die deutsche Cannabis-Kultur zunehmend für den Eigenanbau. GG4 gilt als robuste, harzreiche Sorte, die sich für den Indoor-Anbau und, in geeignetem Klima, für den Outdoor-Anbau eignet. Der hohe Harzgehalt macht die dichten Blüten empfindlich gegenüber Feuchtigkeit, weshalb eine gute Belüftung und eine kontrollierte Luftfeuchtigkeit in der Blütephase wichtig sind.

Die Blütezeit liegt im für indica-dominante Hybriden üblichen Bereich, kann jedoch je nach Phänotyp und Bedingungen variieren. Wer einen kürzeren Zyklus bevorzugt, findet in der Autoflowering-Version eine praktische Alternative, die dank ihres Ruderalis-Anteils unabhängig vom Lichtzyklus in die Blüte übergeht. Konkrete Erträge und THC-Gehalte hängen stark von Umgebung, Substrat und Erfahrung ab und lassen sich nicht pauschal beziffern.

Der Eigenanbau durch Volljährige unterliegt in Deutschland den Regelungen des Cannabisgesetzes (CanG). Informieren Sie sich über die jeweils aktuellen rechtlichen Bestimmungen in Ihrem Wohnsitzland.

Warum GG4 zur Legende wurde

Der Kultstatus beruht nicht allein auf dem botanischen Profil, sondern auf einer außergewöhnlichen Wettbewerbsbilanz und einem nachhaltigen genetischen Einfluss. Innerhalb von achtzehn Monaten wurden drei bedeutende Cannabis Cups gewonnen, ein für eine zufällig entstandene Sorte schwer zu übertreffender Rekord:

  • 2014, Michigan High Times Cannabis Cup: erster Platz in der Kategorie Hybride
  • 2014, Los Angeles High Times Cannabis Cup: erster Platz in der Kategorie Hybride
  • 2015, Jamaica World Cannabis Cup: erster Platz in der Kategorie Hybride

Darüber hinaus etablierte sich die Linie als gefragte Elternsorte: Viele moderne Sorten tragen GG4-Gene in ihrem Stammbaum und bilden die sogenannte „Gorilla-Familie", darunter Kreuzungen wie Gorilla Cookies (GG4 × GSC), Gorilla Zkittlez (GG4 × Zkittlez) oder Bruce Banner #3 (GG4 × OG Kush). Damit gehört GG4 heute, ähnlich wie OG Kush oder Skunk #1, zum festen Bestandteil des weltweiten genetischen Erbes.

Die Gorilla-Familie im Sortenüberblick

La Boutique 420 fasst die offiziellen Varianten und Ableger dieser Linie in einer eigenen Rubrik zusammen. Dort finden Sie feminisierte Photoperioden-Versionen, autofloraisierende Versionen sowie Kreuzungen aus der GG4-Genetik von renommierten Partner-Seedbanks. Entdecken Sie alle verfügbaren Referenzen in unserer Kategorie Gorilla-Sorten im Überblick. Die Photoperioden-Versionen bilden den historischen GG4-Phänotyp getreu ab, während die mit einer Ruderalis gekreuzten Autoflowering-Versionen das typische Aroma bei kürzerem Zyklus bewahren.

Gorilla Glue Samen: GG4-Familie und offizielle Varianten der Sorte

FAQ: Ihre Fragen zur Gorilla Glue

Welche Genetik hat die Gorilla Glue Sorte?

Die Gorilla Glue Genetik basiert auf einer zufälligen Dreifachkreuzung aus Chem's Sister, Sour Dubb und Chocolate Diesel. Diese Kombination ergibt eine leicht indica-dominante Hybride mit hohem Harzgehalt und komplexem Terpenprofil.

Warum heißt die Sorte Gorilla Glue?

Der Name geht auf eine reale Anekdote zurück: Beim Trimmen der ersten Ernten war das Harz so klebrig, dass die Scheren zusammenklebten, ähnlich wie bei Industriekleber. Nach einem Markenrechtsstreit mit The Gorilla Glue Company wurde die Sorte 2017 in GG4 umbenannt.

Ist Gorilla Glue Indica oder Sativa?

GG4 ist eine indica-dominante Hybride mit einem Verhältnis von etwa 60 % Indica und 40 % Sativa, je nach ausgeprägtem Phänotyp. Der körperbetonte, entspannende Charakter spiegelt diese Dominanz wider.

Gibt es Gorilla Glue als Autoflowering?

Ja, es existieren mehrere offizielle Autoflowering-Versionen. Sie entstehen durch Einkreuzung einer Ruderalis-Linie in die originale GG4-Genetik, was den botanischen Zyklus verkürzt. Das typische Caryophyllen-Aroma und der Harzreichtum bleiben dabei erhalten.

Wer hat die Gorilla Glue gezüchtet?

Die Sorte wurde in den USA von den beiden Breedern Joesy Whales und Lone Watty gezüchtet, die GG Strains Inc. in Nevada gründeten. GG4 entstand durch einen Bestäubungszufall: Eine Chem's Sister wurde von einem Sour-Dubb-Männchen bestäubt, die Nachkommenschaft anschließend mit einer Chocolate Diesel stabilisiert.

Die Angaben in diesem Artikel beziehen sich auf die botanischen und historischen Merkmale der Sorte und dienen ausschließlich der Information. Sie stellen keine Anleitung zum Anbau oder Konsum dar. Beachten Sie stets die in Ihrem Wohnsitzland geltenden gesetzlichen Bestimmungen.

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