Regenwurm: Aufbau, Nahrung, Fortpflanzung und Rolle im Boden
Der Regenwurm ist kein Insekt, sondern ein Ringelwurm: ein weichhäutiges Tier aus vielen gleichförmigen Segmenten, entfernt verwandt mit dem Blutegel. Er hat keine Augen, keine Lunge und kein Skelett. Er atmet über die Haut, frisst Erde samt abgestorbener Pflanzenreste und hinterlässt nährstoffreiche Kothäufchen. Mit seinen Gängen lockert er den Boden, leitet Regenwasser in die Tiefe und baut Humus auf. Damit gehört er zu den wichtigsten Baumeistern des Bodens, ob man nun Gemüsesamen für ein lebendiges Beet aussät oder einfach Blumen ins Freiland setzt.
Hinter dem unscheinbaren Tier stecken erstaunliche Besonderheiten: fünf Paar Herzen, rotes Blut wie unseres, eine ungewöhnliche Fortpflanzung als Zwitter und Riesenarten, die länger als ein Meter werden. Charles Darwin widmete ihm sogar sein letztes Buch. Dieser Regenwurm-Steckbrief beantwortet die häufigsten Fragen: Einordnung, Aufbau, Nahrung, Fortpflanzung, die drei Lebensformtypen, seine Rolle im Boden und wie Sie ihn im Garten fördern.
Was ist ein Regenwurm und ist er ein Insekt?
Der Regenwurm ist ein wirbelloses Tier aus dem Stamm der Ringelwürmer (Anneliden), deren Körper aus einer Reihe gleichartiger Ringe besteht. Er gehört zur Klasse der Gürtelwürmer, zur Gruppe der Wenigborster (Oligochaeten) und zur Familie der Regenwürmer (Lumbricidae). Die bekannteste Art in Mitteleuropa ist der Gemeine Regenwurm oder Tauwurm, Lumbricus terrestris. In Deutschland leben rund 40 bis 46 Regenwurm-Arten, weltweit sind es mehrere Tausend, von denen viele in den Tropen noch kaum beschrieben sind.
Ein Insekt ist der Regenwurm also nicht. Insekten haben sechs gegliederte Beine, einen dreiteiligen Körper aus Kopf, Brust und Hinterleib sowie einen harten Außenpanzer, das Exoskelett. Nichts davon trifft auf den Regenwurm zu. Er hat keine Beine, sein Körper ist von vorn bis hinten gleichförmig gebaut, und seine Haut bleibt weich und feucht. Auch ein inneres Skelett fehlt: Seine Form hält die Flüssigkeit in den Segmenten, ein System, das Zoologen Hydroskelett nennen. Spannt er seine Muskeln an, setzt er diese Flüssigkeit unter Druck und macht jedes Segment zu einem kleinen Hydraulikzylinder.
Verwechseln sollte man ihn auch nicht mit anderen „Würmern“ im Garten. Engerlinge sind Larven des Maikäfers und damit echte Insekten. Fadenwürmer (Nematoden) bilden einen eigenen Tierstamm: winzige, unsegmentierte Rundwürmer, von denen manche Pflanzen schädigen und andere, etwa Steinernema feltiae, als Nützlinge eingesetzt werden. Der Regenwurm dagegen ist ein viel größeres, geringeltes Tier, das frei im Boden lebt und niemanden parasitiert.
Wie ist der Regenwurm aufgebaut: Hat er Augen, ein Gehirn und Herzen?
Ein ausgewachsener Regenwurm besteht je nach Art aus 100 bis über 150 Segmenten. Der Tauwurm wird meist 9 bis 30 Zentimeter lang. Im vorderen Drittel fällt eine hellere oder rosafarbene Verdickung auf: der Gürtel (Clitellum), ein drüsiger Ring, der erst bei geschlechtsreifen Tieren erscheint und bei der Fortpflanzung eine zentrale Rolle spielt. Anders als oft vermutet markiert er nicht den Kopf, liegt aber in seiner Nähe.
Der Körperbau des Regenwurms hält einige Überraschungen bereit, nach denen häufig gesucht wird:
- Er hat keine Augen, aber lichtempfindliche Zellen in der Haut, vor allem an beiden Körperenden. Deshalb gräbt sich ein Wurm in der Sonne sofort wieder ein.
- Er besitzt ein einfaches Gehirn aus zwei Nervenknoten über dem Schlund, an das sich ein Bauchmark entlang des ganzen Körpers anschließt.
- Statt eines Herzens hat er fünf Paar pulsierende Gefäßbögen, oft als fünf Paar Herzen bezeichnet, die das Blut durch zwei große Längsgefäße pumpen.
- Sein Blut ist rot, weil es einen dem Hämoglobin ähnlichen Atemfarbstoff enthält, der direkt im Blutplasma gelöst ist.
- Er hat keine Lunge, sondern atmet über die Haut, die dafür ständig feucht bleiben muss.
Einen Mund hat der Regenwurm durchaus. Er liegt unter einem kleinen fleischigen Lappen am Vorderende, Zähne gibt es jedoch keine. An jedem Segment sitzen vier Paar winziger Borsten, die wie Steigeisen wirken: Er stemmt sie in die Wände seines Gangs, um voranzukommen oder um sich festzuhalten, wenn eine Amsel an ihm zieht. Der Schleim auf seiner Haut erleichtert Atmung und Fortbewegung und kleidet die Gänge mit einer Schicht aus, die die Erde stabilisiert.

Was frisst ein Regenwurm und was ist Wurmhumus?
Der Regenwurm ist ein Zersetzer. Er ernährt sich von abgestorbener organischer Substanz: Falllaub, Wurzelreste, Pflanzenteile und Mist, dazu Bakterien, Pilze und mikroskopisch kleine Algen, die diese Reste besiedeln. Je nach Art weidet er die Streu an der Oberfläche ab oder schluckt direkt Erde, um daraus Nährstoffe zu gewinnen. Vom Tauwurm ist eine besondere Gewohnheit bekannt: Nachts packt er welke Blätter und zieht sie in den Eingang seiner Röhre, wo sie weich werden, bevor er sie frisst.
Ohne Zähne braucht er einen spezialisierten Verdauungstrakt. Die Nahrung passiert einen muskulösen Schlund, dann einen Kropf, der sie speichert, und einen Muskelmagen, der sie mithilfe geschluckter Sandkörner zermahlt. Kalkdrüsen regulieren den Säuregehalt, anschließend nimmt der Darm die Nährstoffe auf. Je nach Art, Temperatur und Feuchtigkeit kann ein Wurm täglich eine Erdmenge in der Größenordnung seines eigenen Körpergewichts umsetzen. Diese Recyclingarbeit teilt er mit vielen anderen Bodentieren, darunter Springschwänze und Milben.
Was am Ende ausgeschieden wird, sind die typischen Kothäufchen, oft Wurmhumus genannt. Diese kleinen Kringel aus feiner Erde, an der Oberfläche oder in den Gängen abgelegt, enthalten deutlich mehr pflanzenverfügbaren Stickstoff, Phosphor, Kalium und Calcium als der umgebende Boden. Sie bilden stabile, durch Schleim verklebte Krümel, die dem Regen standhalten und die Bodenstruktur verbessern. Ein Rasen voller Wurmhäufchen im Frühjahr zeigt einen lebendigen Boden. Gemüse und Küchenkräuter aus eigener Aussaat profitieren direkt von dieser kostenlosen Fruchtbarkeit.
Wie pflanzen sich Regenwürmer fort?
Regenwürmer sind Zwitter: Jedes Tier besitzt männliche und weibliche Geschlechtsorgane. Selbst befruchten kann es sich bei den allermeisten Arten trotzdem nicht, es braucht einen Partner. In feuchten Nächten kriechen zwei Würmer halb aus ihren Röhren, legen sich gegenläufig Bauch an Bauch und verkleben mit dem Schleim ihres Gürtels. Beide geben dann Samenzellen an den anderen ab, der sie in kleinen Samentaschen speichert.
Danach trennen sich die Partner. Einige Tage später scheidet der Gürtel jedes Wurms eine Schleimmanschette aus, die aushärtet. Der Wurm zieht sich rückwärts heraus und schiebt die Manschette nach vorn, dabei legt er seine Eizellen und anschließend die empfangenen Samenzellen hinein. Beim Abstreifen über den Kopf schließt sie sich an beiden Enden und wird zu einem zitronenförmigen Kokon von wenigen Millimetern. Diese Kokons werden oft fälschlich als Regenwurm-Eier bezeichnet. Beim Tauwurm schlüpft meist nur ein Jungtier pro Kokon, Kompostwürmer bringen mehrere hervor.
Je nach Temperatur dauert die Entwicklung einige Wochen bis mehrere Monate. Der junge Wurm sieht aus wie ein verkleinertes erwachsenes Tier, nur ohne Gürtel, und braucht mehrere Monate, manchmal ein Jahr, bis zur Geschlechtsreife. Wie alt ein Regenwurm wird, ist sehr unterschiedlich: In Haltung kann ein Tauwurm mehrere Jahre leben, nach manchen Beobachtungen sechs Jahre und mehr. In der Natur sterben die meisten viel früher, durch Trockenheit, Frost oder ihre zahlreichen Fressfeinde.

Welche drei Regenwurm-Arten gibt es und welcher ist der größte der Welt?
Fachleute teilen Regenwürmer in drei ökologische Lebensformtypen ein, je nachdem, wo sie leben und wie sie sich ernähren. Diese Einteilung geht auf den französischen Zoologen Marcel Bouché in den 1970er-Jahren zurück und hilft zu verstehen, was unter unseren Füßen passiert. Ein einziger Garten beherbergt oft alle drei Gruppen.
| Lebensformtyp | Lebensraum | Aussehen | Beispiele |
|---|---|---|---|
| Streubewohner (epigäisch) | An der Oberfläche, in Laubstreu und Kompost | Klein, rot, sehr beweglich | Eisenia fetida, Lumbricus rubellus |
| Mineralbodenbewohner (endogäisch) | In den oberen Zentimetern des Bodens, waagerechte Gänge | Blass, rosa oder gräulich | Aporrectodea caliginosa |
| Tiefgräber (anezisch) | Senkrechte Röhren, teils über zwei Meter tief | Groß, dunkles Vorderende, hellerer Schwanz | Lumbricus terrestris |
Die Streubewohner findet man im Komposthaufen oder unter einem liegenden Brett. Sie vermehren sich schnell und zersetzen frisches Material, weshalb der Kompostwurm (6 bis 13 Zentimeter) in der Wurmkiste so beliebt ist. Mineralbodenbewohner verbringen ihr Leben in der Erde, die sie ständig fressen, und kommen selten nach oben. Tiefgräber pendeln zwischen der Oberfläche, wo sie Blätter sammeln, und der Tiefe, in die sie sich zurückziehen: Sie graben die senkrechten Röhren, die für die Entwässerung am wertvollsten sind.
Der größte Regenwurm der Welt lebt weit entfernt von unseren Gärten. In Südafrika kann Microchaetus rappi mehrere Meter lang werden, im vergangenen Jahrhundert wurden Exemplare von über sechs Metern gemeldet. In Australien erreicht der Gippsland-Riesenregenwurm, Megascolides australis, oft mehr als einen Meter und erzeugt beim Kriechen durch seine feuchten Gänge ein schmatzendes Geräusch. Diese Riesen zeigen, dass die Vielfalt im Boden ebenso reich und ebenso verletzlich ist wie die der tropischen Pflanzenwelt.
Welche Rolle spielt der Regenwurm im Boden?
Der Regenwurm gilt als wichtigster Pflüger der Erde. Auf einer Wiese im gemäßigten Klima kann die Regenwurmmasse eine bis mehrere Tonnen pro Hektar erreichen und stellt damit die größte tierische Biomasse im Boden. Dieses unterirdische Volk durchmischt die Erde ständig: Es befördert mineralische Teilchen nach oben und zieht organisches Material in die Tiefe, wodurch sich die Bodenschichten feiner vermengen als mit jedem Werkzeug.
Seine Gänge sind entscheidend für den Wasser- und Lufthaushalt. Regen versickert, statt oberflächlich abzufließen, Erosion und Verschlämmung nehmen ab, und tiefere Schichten werden belüftet. Wurzeln nutzen die mit Schleim und Kot ausgekleideten Röhren, um leichter in die Tiefe zu wachsen. Wurzelgemüse und tief wurzelnde Gartenblumen finden dort einen lockeren, gut drainierten Boden.
Außerdem trägt der Regenwurm aktiv zur Humusbildung bei. Indem er Pflanzenreste zerkleinert und in seinem Darm mit Tonmineralen vermischt, entstehen Ton-Humus-Komplexe, die Wasser und Nährstoffe speichern. Charles Darwin erkannte das bereits 1881 in seinem letzten Werk über die Bildung der Ackererde durch die Tätigkeit der Würmer. Er schätzte, dass diese Tiere jedes Jahr eine Schicht feiner Erde an die Oberfläche bringen und über Jahrhunderte die Böden unserer Landschaften geformt haben. Seine lange als exzentrisch belächelten Beobachtungen bestätigt die Bodenökologie heute weitgehend.

Warum kommen Regenwürmer bei Regen an die Oberfläche?
Wer hat nach einem Schauer nicht schon Dutzende Würmer auf dem Gehweg gesehen? Lange hieß es, sie flüchteten, um nicht zu ertrinken. Diese Erklärung gilt heute als umstritten, denn ein Regenwurm kann in sauerstoffreichem Wasser mehrere Tage überleben. Forschende nennen eher mehrere, sich ergänzende Gründe:
- Regen bietet die seltene Gelegenheit, sich oberirdisch fortzubewegen, ohne auszutrocknen, und so schneller neue Lebensräume zu erschließen als unter der Erde.
- In einem wassergesättigten Boden reichert sich Kohlendioxid an und der Sauerstoff nimmt ab, was die Würmer nach besserer Luft suchen lässt.
- Die Erschütterungen der Regentropfen ähneln womöglich denen eines grabenden Maulwurfs, ihres Hauptfeindes, und lösen einen Fluchtreflex nach oben aus.
- Feuchte, milde Nächte sind zudem die bevorzugte Zeit, um einen Partner zu finden und sich zu paaren.
Dieser Ausflug hat seinen Preis. Kommt die Sonne zurück, trocknen Würmer auf harten Flächen aus, und das Licht, vor allem die UV-Strahlung, schädigt sie schnell. Deshalb liegen manchmal tote Würmer auf Terrassen oder im Pool. Angler kennen das Phänomen und klopfen oder vibrieren auf dem Boden, um Würmer hervorzulocken: Dieses Wurmgrunzen nutzt genau den Fluchtreflex vor Erschütterungen.
Was passiert, wenn man einen Regenwurm teilt?
Eine der hartnäckigsten Gartenlegenden lautet: Wer einen Regenwurm durchschneidet, erhält zwei Würmer. Das ist fast immer falsch. Ein zerteilter Regenwurm verdoppelt sich nicht. Im besten Fall kann das Vorderteil mit Mund, Gehirn und Herzen die Wunde verschließen und einige Schwanzsegmente nachbilden, sofern der Schnitt deutlich hinter dem Gürtel liegt. Das Hinterteil ohne Mund und lebenswichtige Organe zappelt noch kurz und stirbt dann meist ab.
Die Fähigkeit zur Regeneration ist je nach Art verschieden. Manche kleinen Wasserwürmer und einige Kompostwürmer regenerieren besser als der Tauwurm, und Laborversuche zeigten bei einzelnen Arten eine teilweise Neubildung des Kopfes. Im Gemüsegarten bleibt ein Spatenstich für das Tier jedoch eine schwere Verletzung. Lockern Sie den Boden deshalb lieber mit Grabegabel oder Sauzahn als mit Spaten oder Motorhacke: Sie ziehen die Erde auseinander, ohne sie zu zerschneiden.
Oft heißt es auch, Würmer spürten nichts. Dabei besitzen sie Rezeptoren für schädliche Reize und reagieren heftig auf Verletzungen oder reizende Stoffe. Die wissenschaftliche Debatte über Schmerzempfinden bei Wirbellosen ist offen, sie spricht aber dafür, Regenwürmer behutsam zu behandeln.

Wie lockt und schützt man Regenwürmer im Garten?
Ein Garten ohne Regenwürmer weist auf einen Boden mit Problemen hin: verdichtet, zu kahl, zu trocken oder durch Chemie ausgelaugt. Die gute Nachricht: Die Bestände erholen sich schnell, sobald man einige Gewohnheiten ändert. Der Regenwurm braucht drei Dinge: organisches Futter, Feuchtigkeit und Ruhe. Diese Maßnahmen machen den Unterschied:
- Den Boden ganzjährig mit Mulch aus Laub, angetrocknetem Rasenschnitt oder Stroh bedecken, der Feuchtigkeit hält und die Würmer an der Oberfläche ernährt.
- Regelmäßig reifen Kompost, verrotteten Mist oder Pflanzenreste ausbringen, die Tiefgräber nachts einsammeln.
- Die Bodenbearbeitung reduzieren: tiefes Umgraben und Motorhacke vermeiden, da sie Gänge zerstören und Tiere zerschneiden.
- Auf synthetische Pestizide und Unkrautvernichter verzichten, die das Bodenleben schädigen, und mit konzentrierten Mineraldüngern zurückhaltend umgehen.
- Gründüngung wie Phacelia oder Klee säen, wenn ein Beet längere Zeit frei bleibt.
Auch manche Küchenabfälle sind bei Würmern beliebt, etwa Kaffeesatz, sofern er dünn ausgebracht oder über den Kompost verwertet wird. Denken Sie außerdem an die natürlichen Fressfeinde: Amseln, Igel, Maulwürfe, Kröten und Dachse fressen Würmer, gehören aber zu einem gesunden Gleichgewicht. Eine ernstere Bedrohung sind eingeschleppte Landplanarien, Plattwürmer aus Südamerika oder Asien, die Regenwürmer fressen und sich in Teilen Europas ausbreiten. Ein belebter Boden ist zudem die beste Grundlage, damit auch seltene und exotische Samen zuverlässig keimen.
Wer Hanf im Hochbeet oder im Freiland zieht, profitiert ebenfalls von einem wurmreichen Boden: Die Röhren erleichtern den Wurzeln den Weg in die Tiefe, und der Wurmhumus versorgt die Pflanzen gleichmäßig. Für einen guten Start sorgen hochwertige Hanfsamen für den Eigenanbau in lockerer, humoser Erde.
Der Eigenanbau durch Volljährige unterliegt in Deutschland den Regelungen des Cannabisgesetzes (CanG). Informieren Sie sich über die jeweils aktuellen rechtlichen Bestimmungen in Ihrem Wohnsitzland.
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Häufige Fragen zum Regenwurm
Wie lange lebt ein Regenwurm?
In Haltung kann ein Regenwurm wie der Tauwurm mehrere Jahre alt werden, nach einzelnen Beobachtungen sechs Jahre und mehr. In der Natur ist das Leben meist deutlich kürzer, weil Trockenheit, Frost und Fressfeinde viele Tiere früh töten.
Hat ein Regenwurm ein Gehirn?
Ja, ein einfaches. Es besteht aus zwei Nervenknoten oberhalb des Schlunds, an die sich ein Bauchmark anschließt, das durch den gesamten Körper verläuft.
Was heißt Regenwurm auf Englisch?
Auf Englisch heißt der Regenwurm „earthworm“. Der Tauwurm, Lumbricus terrestris, wird auch „common earthworm“ oder unter Anglern „nightcrawler“ genannt. Der wissenschaftliche Gattungsname Lumbricus stammt aus dem Lateinischen.
Welche Tiere fressen Regenwürmer?
Regenwürmer ernähren viele Tiere: Maulwürfe, Spitzmäuse, Igel, Dachse, Füchse, Amseln, Drosseln, Möwen, Kröten, Salamander und einige Laufkäfer. Eingeschleppte Landplanarien sind in manchen Regionen Europas zu gefährlichen Fressfeinden geworden.
Hat der Regenwurm ein Innen- oder Außenskelett?
Weder noch. Er besitzt ein Hydroskelett: Die unter Druck stehende Flüssigkeit in seinen Segmenten dient den Muskeln als Widerlager. So kann er sich strecken, verkürzen und durch die Erde schieben.
Schlafen Regenwürmer?
Einen Schlaf wie unseren kennen sie nicht, sie wechseln aber zwischen Aktivitäts- und Ruhephasen. In trockenen Sommern oder kalten Wintern fallen viele in eine Ruhestarre: Sie rollen sich in einer mit Schleim ausgekleideten Kammer am Ende ihrer Röhre zusammen und warten auf feuchtere Bedingungen.
Was bedeutet ein Wurm im Stuhl?
Mit dem Regenwurm hat das nichts zu tun. Gemeint ist meist der Spulwurm, Ascaris lumbricoides, ein Rundwurm, der den menschlichen Darm befällt und dessen Name an Lumbricus erinnert. Er kann Verdauungsbeschwerden verursachen. Im Zweifel sollten Sie ärztlichen Rat einholen, denn nur eine Ärztin oder ein Arzt kann eine Diagnose stellen.
Wie heißt die Angst vor Würmern?
Die Angst vor Würmern heißt Skolekophobie. Sie ist eher selten und äußert sich vor allem durch Ekel oder Unruhe beim Kontakt mit Würmern, etwa nach Regen oder bei der Gartenarbeit.
Fazit: Der Regenwurm, ein stiller Helfer im Garten
Der Regenwurm hat weder Augen noch Beine noch Skelett und gehört trotzdem zu den nützlichsten Tieren der Welt. Indem er Erde und organisches Material frisst, erzeugt er fruchtbaren Wurmhumus, gräbt Röhren, die den Boden atmen lassen, und trägt zur Humusbildung bei, wie Darwin schon ahnte. Als Zwitter mit fünf Paar Herzen und einer Lebensdauer von mehreren Jahren verdient er weit mehr Anerkennung als seinen Ruf als Angelköder. Ihn zu schützen ist einfach: ein bedeckter, gut genährter und wenig bearbeiteter Boden. Das ist zugleich der beste Start für jedes Beet, ob mit Gemüse, Blumen oder Kräutern.
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