Canna zurückschneiden: Wann und wie? Kalender, Winterschnitt, Verblühtes und Überwintern der Rhizome

Kategorien : Anbau und Technik
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Wann sollte man die Canna zurückschneiden? Die Antwort umfasst drei Zeitpunkte: Entfernen Sie Verblühtes den ganzen Sommer über, kürzen Sie das Laub nach den ersten Frösten auf 10 bis 15 cm und bringen Sie die Rhizome bei strengem Winter in Sicherheit. Die Canna ist kein Strauch, sie wird nie in Form geschnitten. Dieser Ratgeber zeigt Ihnen den Kalender, die richtigen Handgriffe und typische Fehler, ergänzt um einige botanische Hintergründe für Liebhaber von seltenen Pflanzensamen.

Die Canna, auf Deutsch auch Indisches Blumenrohr genannt, ist eine tropische Rhizompflanze. Ihre breiten Blätter erinnern an eine Bananenstaude, und ihre roten, orangefarbenen oder gelben Blütenstände machen sie zu Stars im Sommerbeet. Wer weiß, wann man die Canna zurückschneiden sollte, beobachtet vor allem die Pflanze: Frost, Blattfarbe und der Zustand der Blütenstiele zeigen den richtigen Moment besser an als ein festes Datum.

Was ist eine Canna und warum hat sie nichts mit Cannabis zu tun?

Die Canna gehört zur Familie der Cannaceae. Diese umfasst nur eine einzige Gattung, Canna, mit rund zehn Arten aus dem tropischen Amerika. Sie zählt zur Ordnung der Ingwerartigen (Zingiberales), gemeinsam mit Banane und Ingwer. Die bekannteste Art ist Canna indica, das Indische Blumenrohr. Die großen, farbigen „Blütenblätter“ sind in Wahrheit Staminodien, also umgewandelte Staubblätter. Die echten Kronblätter bleiben klein und unauffällig.

Trotz des ähnlichen Namens ist die Canna nicht mit dem Hanf verwandt. Cannabis gehört zur Familie der Hanfgewächse (Cannabaceae), einer Linie zweikeimblättriger Pflanzen, die dem Hopfen nahesteht. Bei der Online-Suche werden beide trotzdem oft verwechselt. Wer sich für Hanf selbst interessiert, findet bei uns Hanfsamen für den legalen Eigenanbau, denn ein ähnlicher Name sagt nichts über die botanische Verwandtschaft aus.

Der Eigenanbau durch Volljährige unterliegt in Deutschland den Regelungen des Cannabisgesetzes (CanG). Informieren Sie sich über die jeweils aktuellen rechtlichen Bestimmungen in Ihrem Wohnsitzland.

In der Gattung Canna steckt auch eine Nutzpflanze. Achira (Canna indica, früher als Canna edulis geführt) wird in den Anden wegen ihres stärkereichen Rhizoms angebaut. Ihre Stärkekörner gehören zu den größten im Pflanzenreich. In Vietnam stellt man daraus durchsichtige Glasnudeln her.

Wann sollte man die Canna im Jahresverlauf zurückschneiden?

Der richtige Zeitpunkt hängt von Jahreszeit und Klima ab. Im Sommer entfernen Sie nur verblühte Blüten und beschädigte Blätter. Der eigentliche Rückschnitt folgt im Herbst, sobald sich das Laub durch Frost schwarz färbt, meist zwischen Ende Oktober und November. Im Frühjahr säubern Sie die Rhizome und entfernen alte, trockene Blätter.

Die folgende Tabelle fasst den Kalender zusammen. In milden Weinbauregionen verschieben sich die Termine um zwei bis drei Wochen nach hinten, in rauen Lagen und im Bergland nach vorn.

ZeitraumMaßnahmeZiel
Juni bis SeptemberVerblühte Blütenstiele und vergilbte Blätter abschneidenNeue Blüten anregen, Pflanze gesund halten
Ende Oktober bis NovemberTriebe nach den ersten Frösten auf 10 bis 15 cm kürzenÜberwinterung der Rhizome vorbereiten
November bis FebruarRhizome ausgraben und frostfrei lagernFäulnis und Frostschäden vermeiden
März bis AprilRhizome säubern, teilen und im Topf vorziehenSommerblüte verfrühen
Mitte Mai bis JuniNach den Eisheiligen ins Beet auspflanzenVom erwärmten Boden profitieren

Merken Sie sich eine einfache Regel: Solange die Blätter grün sind, füllt die Pflanze ihr Rhizom über die Photosynthese mit Reserven auf. Wer zu früh schneidet, schwächt den Wurzelstock. Der Frost bleibt deshalb das beste Signal.

Canna-Horst mit vom ersten Herbstfrost geschwärztem Laub und Gartenschere auf dem Mulch, richtiger Zeitpunkt zum Zurückschneiden

Warum wird die Canna nicht wie ein Strauch geschnitten?

Die Canna ist eine einkeimblättrige Pflanze. Wie Gräser oder die Banane besitzt sie kein Kambium, also kein Gewebe, das Holz bildet und Sträuchern nach einem Schnitt die Verzweigung ermöglicht. Ihre Stängel sind Scheinstämme aus eingerollten Blattscheiden. Jeder entspringt dem Rhizom, trägt Blätter, blüht und stirbt dann ab.

Für die Praxis heißt das: Ein Schnitt weit oben am Trieb erzeugt keine neuen Verzweigungen. Zurück bleibt nur ein unschöner Stummel, der nicht wieder austreibt. Sinnvoll ist allein ein Pflegeschnitt, der Abgestorbenes entfernt. Deshalb heißt es in manchen Ratgebern, die Canna werde „nicht geschnitten“: Gemeint ist der Formschnitt, nicht die laufende Pflege.

Drei Eingriffe sind bei der Canna sinnvoll:

  • Verblühte Blütenstände entfernen, damit sich keine Samen bilden und neue Blüten folgen.
  • Vergilbte, eingerissene oder fleckige Blätter direkt am Ansatz abschneiden.
  • Alle Scheinstämme im Herbst kurz vor der Überwinterung des Rhizoms einkürzen.

Wie schneidet man verblühte Canna-Blüten im Sommer ab?

Ein Blütenstand der Canna blüht in mehreren Schüben. Unter der ersten Blütentraube sitzt oft eine Seitenknospe in der Achsel des obersten Blattes. Schneiden Sie den verblühten Stiel deshalb knapp über dieser Knospe ab, mit einer sauberen Gartenschere. Wer zu tief schneidet, entfernt die nächste Blüte gleich mit.

Hat ein Trieb alle Blüten hervorgebracht und erscheint keine neue Knospe mehr, kürzen Sie ihn bodennah. Neue Austriebe aus dem Rhizom übernehmen dann. Dieses regelmäßige Ausputzen, in der Hauptsaison alle ein bis zwei Wochen, verhindert auch die Bildung von Samenkapseln, die Kraft kosten.

Wer gern sät, lässt im Spätsommer dagegen ein paar Kapseln ausreifen. Die schwarzen, sehr harten Samen des Blumenrohrs dienten früher als Perlen für Ketten und Rosenkränze, daher der englische Name „Indian shot“. Ihre Samenschale ist so dick, dass man sie vor der Aussaat leicht anfeilen und einweichen muss. So reihen sie sich in die Blumensamen für Stauden und Sommerblumen ein, die man von Jahr zu Jahr aufbewahrt. Viele moderne Sorten sind allerdings steril. Bildet Ihre Canna nie Kapseln, ist das ein Zuchtmerkmal und kein Pflegefehler.

Hand schneidet im Hochsommer einen verblühten rotorangen Canna-Blütenstand mit der Gartenschere ab

Wann und wie hoch schneidet man die Canna vor dem Winter zurück?

Der Rückschnitt vor dem Winter erfolgt nach den ersten Frösten. Erfrorenes Laub wird schwarz oder braun und fällt innerhalb weniger Tage zusammen. Jetzt ist der Moment gekommen: Kürzen Sie alle Triebe auf etwa 10 bis 15 cm über dem Boden. Diese Länge schützt den Wurzelhals und dient als Griff, falls Sie den Horst ausgraben.

Warum nicht bodeneben schneiden? Zu kurz geschnittene, hohle Stängel lassen Wasser bis zum Rhizom eindringen, was Fäulnis begünstigt. Ein Stück von etwa zehn Zentimetern trocknet langsam ein und bildet einen natürlichen Verschluss. Schneiden Sie außerdem möglichst bei trockenem Wetter.

Beschriften Sie vor dem Schnitt jede Pflanze. Sind die Triebe erst gekürzt, lässt sich eine Zwergsorte nicht mehr von einer hohen Sorte unterscheiden, eine rote nicht von einer gelben. Ein am Stumpf befestigtes Etikett genügt und erspart Ihnen im nächsten Frühjahr ein Durcheinander im Beet.

Kann eine Canna draußen überwintern oder muss sie ausgegraben werden?

Das hängt von Klima und Boden ab. Das Laub erfriert bei 0 °C, das Rhizom ist etwas robuster. Unter einer dicken Mulchschicht aus Laub, Stroh oder Farnwedeln übersteht es leichte Fröste bis etwa minus 5 °C, sofern der Boden gut durchlässig ist. In schwerer, nasser Erde fault es durch Staunässe lange bevor es erfriert.

In Deutschland ist das Ausgraben in den meisten Regionen die sicherere Lösung. Nur in sehr milden Lagen lassen manche Gärtner ihre Canna gut geschützt im Beet. Ein Horst, der zu lange an derselben Stelle bleibt, blüht ohnehin oft schwächer, weil er dicht wird und sich erschöpft. Regelmäßiges Teilen alle drei bis vier Jahre bringt ihn wieder in Schwung.

Diese Kälteempfindlichkeit verrät die tropische Herkunft des Blumenrohrs, wie bei vielen anderen exotischen Pflanzen aus warmen Regionen, die bei uns gezogen werden. Stellen Sie sich vor der Entscheidung drei Fragen:

  • Fällt die Temperatur im Winter regelmäßig mehrere Tage unter minus 5 °C?
  • Bleibt Ihr Boden nach Herbstregen dauerhaft nass?
  • Möchten Sie eine seltene Sorte keinesfalls verlieren?

Schon ein einziges Ja rechtfertigt das Ausgraben und frostfreie Lagern. Je milder der Winter, desto länger kann der Rückschnitt warten.

Mit der Grabegabel ausgegrabene Canna-Rhizome neben einem mit Stroh gemulchten Beet und einer Kiste zum Überwintern

Wie überwintert man Canna-Rhizome richtig?

Heben Sie den Horst mit der Grabegabel an und stechen Sie dabei weit vom Trieb entfernt ein, um die Rhizome nicht zu verletzen. Lassen Sie ihn einige Stunden abtrocknen, entfernen Sie grobe Erde ohne zu waschen, und lassen Sie die Knollen zwei bis drei Tage geschützt trocknen. Weiche, gebrochene oder schwarze Teile schneiden Sie weg.

Lagern Sie die Rhizome anschließend in einer Holz- oder Pappkiste, bedeckt mit trockenem Torfersatz, Sand oder Vermiculit. Ideal ist ein dunkler, luftiger und frostfreier Raum bei 5 bis 10 °C, etwa Keller, isolierte Garage oder Vorratsraum. Kontrollieren Sie die Knollen einmal im Monat. Ein stark schrumpelndes Rhizom dürfen Sie leicht anfeuchten, ein schimmelndes sortieren Sie aus.

Canna im Kübel sind einfacher, der Kalender bleibt derselbe: Auch im Topf schneiden Sie nach dem ersten Frost zurück. Danach stellen Sie den ganzen Topf frostfrei, ohne umzutopfen. Gießen Sie nur alle paar Wochen ein wenig, damit der Wurzelballen nicht völlig austrocknet. Im Frühjahr treibt die Pflanze aus demselben Wurzelstock wieder aus.

Wie vermehrt man Canna im Frühjahr und wann treibt sie aus?

Holen Sie die Rhizome ab März hervor und suchen Sie die Triebknospen, also rosa oder weiße Spitzen, die oft „Augen“ genannt werden. Brechen oder schneiden Sie den Wurzelstock so, dass jedes Teilstück mindestens ein bis zwei Augen trägt. Lassen Sie die Schnittstellen einen Tag antrocknen. Danach setzen Sie jedes Stück mit der Spitze nach oben etwa 5 cm tief in einen Topf von rund 20 cm Durchmesser mit Blumenerde.

Durch das Vorziehen im Warmen gewinnen Sie mehrere Wochen Vorsprung. Bei 18 bis 20 °C treibt die Canna meist nach zwei bis vier Wochen aus. Stellen Sie die Töpfe hell, sobald sich die ersten Blätter entrollen. Nach den Eisheiligen, wenn die Nächte nicht mehr unter 10 °C fallen, pflanzen Sie sie 10 bis 15 cm tief ins Beet, mit 40 bis 50 cm Pflanzabstand.

Blüht Ihre Canna nicht, prüfen Sie zuerst Standort und Pflanzzeitpunkt. Im Schatten oder bei später Pflanzung bildet sie vor allem Blätter. Auch ein zu dichter, nie geteilter Horst blüht schwächer. Nährstoffreiche Erde, volle Sonne und regelmäßiges Gießen im Sommer sind die drei Hebel, die alle Ratgeber nennen. Wer Gemüse liebt, findet die Achira übrigens auch in Sammlungen alter Nutzpflanzen neben unseren Gemüsesamen für den Hausgarten.

Geteilte Canna-Rhizome mit rosa Knospen und jungen Austrieben in Töpfen auf einem Gewächshaustisch im Frühjahr

Canna richtig zurückschneiden und überwintern: das Wichtigste

Im Sommer entfernen Sie Verblühtes, nach den ersten Frösten kürzen Sie auf 10 bis 15 cm, einen Formschnitt gibt es nie. Der Rest der Pflege dreht sich um die trockene, frostfreie Überwinterung der Rhizome und das regelmäßige Teilen. Wer diese Handgriffe beherzigt, freut sich jeden Sommer über kräftige Horste und leuchtende Blüten.

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Häufige Fragen zum Canna-Rückschnitt

Wann sollte man die Canna zurückschneiden?

Verblühtes schneiden Sie von Juni bis September laufend ab. Den eigentlichen Rückschnitt auf 10 bis 15 cm machen Sie nach den ersten Frösten, wenn das Laub schwarz wird, meist Ende Oktober bis November.

Kann man die Canna bis zum Boden zurückschneiden?

Besser nicht. Lassen Sie etwa 10 bis 15 cm stehen. Bodeneben geschnittene, hohle Stängel leiten Wasser zum Rhizom und fördern Fäulnis.

Kann eine Canna draußen überwintern?

Nur in sehr milden Lagen, mit dicker Mulchschicht und durchlässigem Boden. In den meisten Regionen Deutschlands ist es sicherer, die Rhizome auszugraben und frostfrei bei 5 bis 10 °C zu lagern.

Wann soll man Canna einpflanzen?

Ab März können Sie die Rhizome im Topf vorziehen. Ins Beet kommen sie nach den Eisheiligen Mitte Mai, wenn die Nächte nicht mehr unter 10 °C fallen.

Wie kann man Canna vermehren?

Am einfachsten durch Teilen der Rhizome im Frühjahr, mit mindestens ein bis zwei Augen pro Stück. Die Aussaat ist ebenfalls möglich: Samenschale anfeilen, 24 bis 48 Stunden einweichen und bei 20 bis 25 °C aussäen.

Kann ich Indisches Blumenrohr als Zimmerpflanze halten?

Dauerhaft eher nicht, denn die Canna braucht volle Sonne und viel Platz. Im Sommer gedeiht sie im Kübel auf Balkon oder Terrasse, im Winter ruht sie frostfrei im Haus.

Ist die Canna giftig für Katzen und Hunde?

Die Canna gilt allgemein als ungiftig für Haustiere, die amerikanische Tierschutzorganisation ASPCA führt sie als unbedenklich für Hunde und Katzen. Verwechseln Sie sie nicht mit Lilien, die für Katzen sehr gefährlich sind.

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