IsoHemp und der Hanfstein: belgischer Hersteller, Sortiment und Wärmeleistung

Kategorien : Cannabisanbau allgemein
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Der Hanfstein von IsoHemp hat sich in weniger als fünfzehn Jahren zur belgischen Referenz für vorgefertigte Hanfkalksteine entwickelt. Vom Standort Fernelmont in der Provinz Namur aus hat der Hersteller ein altes Handwerk, die Mischung aus Kalk und Hanfschäben, in einen kalibrierten, mauerfertigen Baustein überführt. Dieser Beitrag stellt das Unternehmen, sein Verfahren, sein Sortiment und seine Leistungen in kompakter Form vor. Ein Hanfkalkstein ersetzt keine dünne Dämmplatte, er bildet eine monolithische Wand mit hygrothermischer Trägheit, die Wärme, Feuchte und Schall in einer einzigen Schicht reguliert. Wer die Pflanze auch im Garten kennenlernen möchte, findet bei uns Samen für den Nutzgarten, botanisch verwandt mit dem Nutzhanf, aus dem die Schäben stammen.

Kurz gefasst: Ein IsoHemp-Stein besteht aus Hanfschäben, gebunden mit hydraulischem Kalk, getrocknet und in mehreren Stärken standardisiert. Leicht, dampfdurchlässig, dauerhaft und biobasiert, eignet er sich für die Innendämmung, für komplette Wände und für die Ausfachung von Holzrahmen.

Wer ist IsoHemp und wo produziert der belgische Hersteller?

IsoHemp ist ein belgisches Unternehmen, das 2011 von Camille Cuvelier und Guibert de Crombrugghe gegründet wurde. Firmensitz und Produktion liegen in Fernelmont, in einer Region mit langer Hanftradition. Das Unternehmen hat ein vernakuläres Verfahren industrialisiert und bietet heute ein zertifiziertes, logistisch konkurrenzfähiges Produkt an.

Damit steht IsoHemp am Ende einer strukturierten europäischen Wertschöpfungskette: Hanffasern und Schäben kommen aus Entfaserungsbetrieben in Belgien und Frankreich, der Stein selbst geht an Bauherren, Architekten und Handwerksbetriebe. Die Marke betont drei Punkte: kurze Lieferwege für die Schäben, eine negative CO₂-Bilanz dank der Speicherung während des Pflanzenwachstums und die Eignung für den Passivhaus-Standard.

Heute beschäftigt IsoHemp rund fünfzig Menschen und zählt zu den größten europäischen Herstellern vorgefertigter Kalk-Hanf-Steine. Der direkte Wettbewerber Biosys arbeitet ebenfalls von Belgien aus, was das Land zu einem echten Zentrum für diesen Baustoff macht.

Wie wird ein Hanfstein von IsoHemp hergestellt?

Die Herstellung beruht auf drei Zutaten: Hanfschäben, Kalk und Wasser. Die Schäben sind der verholzte Kern des Hanfstängels, gewonnen durch mechanische Entfaserung. Sie bilden poröse Späne, reich an Kieselsäure und Zellulose, die ihr eigenes Volumen an Wasser aufnehmen können.

Der verwendete Kalk ist ein natürlicher hydraulischer Kalk, der langsam über Karbonatisierung erhärtet. Diese Reaktion bindet über die gesamte Lebensdauer des Steins weiter CO₂ aus der Luft. Das Mischungsverhältnis von Kalk und Schäben ist so eingestellt, dass Tragfähigkeit, Wärmeschutz und Wasserdampfdurchlässigkeit im Gleichgewicht bleiben.

Gemischt wird in kontinuierlichen Mischern, anschließend wird der Mörtel in Formen verdichtet: 60 cm lang, 30 cm hoch, die Stärke variiert je nach Referenz. Die Steine trocknen mehrere Wochen in belüfteten Kammern, bis der Kalk abbindet und die Restfeuchte unter den Verarbeitungswert fällt. Ein schlecht getrockneter Stein verlöre an Maßhaltigkeit und Feuerwiderstand.

Jede Charge durchläuft eine Qualitätskontrolle: Wiegen, Maßprüfung, Rohdichte (je nach Stärke etwa 320 bis 460 kg/m³) und Abgleich mit dem Datenblatt. Die Steine werden auf folierten Paletten ausgeliefert, die Chargenkennzeichnung sichert die Rückverfolgbarkeit auf zertifizierten Baustellen. Diese Sortierlogik kennen wir auch aus dem Saatgut, etwa bei regulären Hanfsamen, wo jede Charge auf Herkunft und Keimfähigkeit geprüft wird.

Herstellung des Hanfsteins bei IsoHemp: Hanfschäben und Kalk werden im belgischen Werk verdichtet

Welche Stärken umfasst das IsoHemp-Sortiment?

Die Stärke von IsoHemp liegt in der Breite des Sortiments: Der Stein wird in mehreren gängigen Stärken angeboten und deckt damit fast jeden Anwendungsfall ab. Format und Höhe bleiben konstant, nur die Stärke ändert sich und bestimmt den Einsatz: Innendämmung, tragende monolithische Wand, Ausfachung, Trennwand oder akustische Korrektur.

StärkeFormatHauptanwendung
6 cm60 × 30Akustische Korrektur, leichte Vorsatzschale
9 cm60 × 30Innendämmung in der Renovierung
12 cm60 × 30Leistungsfähige Innendämmung
15 cm60 × 30Ausfachung von Holzrahmen
20 cm60 × 30Selbsttragende Wand, Passivhaus
25 cm60 × 30Monolithische Bauweise
30 cm60 × 30Sehr hoher Wärmeschutz
36 cm60 × 30Passivstandard, kaltes Klima

In der Renovierung von innen sind 9 und 12 cm am gebräuchlichsten: spürbarer Gewinn, ohne zu viel Wohnfläche zu kosten. Im Neubau erlauben 20 bis 30 cm eine einschalige Wand ohne zusätzliche Dämmebene, der Stein übernimmt Dämmung, Speichermasse und Feuchteregulierung zugleich. Die Stärke 36 cm kommt vor allem in Belgien und Deutschland zum Einsatz, um den Passivstandard ohne Zusatzschicht zu erreichen.

Dazu kommt passendes Zubehör: Dünnbettmörtel für Kalk-Hanf, vorgefertigte Stürze, Auflagerwinkel und eine Handsäge für den Zuschnitt. Die Hanfpflanze liefert darüber hinaus Öl, Mehl und cannabidiolreiche Blüten, die sich in unseren CBD-Produkten aus Nutzhanf wiederfinden.

Wärmeschutz, Feuchte und Akustik: was leistet der Hanfkalkstein?

Der IsoHemp-Stein erreicht eine Wärmeleitfähigkeit (λ) von rund 0,070 bis 0,090 W/m·K, abhängig von der Rohdichte. In reiner Wärmeleitfähigkeit liegt er damit hinter Holzfaser oder Zellulose, gleicht das aber durch die Trägheit der massiven Wand und durch die Feuchteregulierung aus.

Eine 30 cm starke monolithische Wand erreicht in der Praxis einen Wärmedurchlasswiderstand R von etwa 3,4 bis 3,8 m²·K/W, genug für aktuelle Neubauanforderungen ohne Zusatzdämmung. Bei 36 cm liegt R über 4, und ein durchgehender Verband vermeidet Wärmebrücken zwischen Bodenplatte und Dach.

Der zweite große Pluspunkt ist das Verhalten gegenüber Wasserdampf. Der Diffusionswiderstand (μ) liegt bei etwa 4 bis 5: Die Wand nimmt Feuchtespitzen auf und gibt sie wieder ab, ohne punktuelle Kondensation. Auch der sommerliche Wärmeschutz überzeugt, die hohe Rohdichte glättet die Tageshitze, die Phasenverschiebung erreicht je nach Stärke rund 10 bis 12 Stunden.

Akustisch wirkt die poröse Struktur wie ein natürlicher Absorber. Für eine 12 cm starke Trennwand werden Schalldämm-Maße in der Größenordnung von 38 bis 42 dB genannt, was für die meisten Innenwände im Wohnungsbau reicht. Für Tonstudios oder Praxisräume wird eher 25 cm gewählt. Beim Feuerwiderstand ist der Stein nach europäischer Norm als A2-s1, d0 eingestuft: Er trägt kein Feuer weiter und entwickelt kaum toxischen Rauch.

Wand aus gestapelten IsoHemp-Hanfsteinen: Wärmeschutz und dampfdurchlässige Dämmung im biobasierten Bau

Vorteile und Nachteile von Hanfsteinen

Der Hanfstein verbindet Eigenschaften, die konventionelle Baustoffe selten zugleich bieten. Genau diese Vielseitigkeit erklärt das Wachstum der Marke im europäischen Markt für biobasiertes Bauen.

  • Negative CO₂-Bilanz über den Lebenszyklus, dank der Speicherung im Hanf und der Karbonatisierung des Kalks.
  • Monolithische Wand, die im Neubau eine zusätzliche Dämmebene überflüssig macht.
  • Natürliche Regulierung der Raumfeuchte und ein angenehmes hygrothermisches Klima.
  • Feuerwiderstand der Klasse A2 und Verarbeitung wie im traditionellen Mauerwerk.
  • Zügige Verarbeitung dank des Standardformats 60 × 30 und des passenden Dünnbettmörtels.
  • Volle Verträglichkeit mit Kalkputz, Lehmputz und anderen biobasierten Oberflächen.

Die Grenzen gehören klar benannt, denn kein biobasierter Baustoff ist frei von Einschränkungen. Diese Punkte sollten vor Projektbeginn feststehen.

  • Höhere Wärmeleitfähigkeit als eine Polyurethanplatte gleicher Stärke, der Passivstandard verlangt also dickere Wände.
  • Höherer Materialpreis als beim Betonstein, was die einfachere Verarbeitung nur teilweise ausgleicht.
  • Trocknungszeit nach dem Vermauern, bevor ein dampfbremsender Putz oder Belag aufgebracht wird.
  • Empfindlich gegenüber dauerhaft aufsteigender Feuchte: Sockel und Dränage müssen sauber ausgeführt sein.
  • Vertrieb konzentriert auf Fachhändler für ökologische Baustoffe, mit teils längeren Lieferzeiten.

IsoHemp oder Biosys: welcher Hanfkalkstein passt?

Auf dem europäischen Markt teilen sich zwei belgische Hersteller den größten Teil des Volumens: IsoHemp und Biosys. Beide fertigen vorgefertigte Kalk-Hanf-Steine nach ähnlichen Verfahren. IsoHemp punktet mit dem breiteren Stärkenangebot und einem dichteren Netz an Fachhändlern für ökologisches Bauen.

Biosys setzt auf eine etwas dichtere Rezeptur, was zu höherer Rohdichte und stärkerer thermischer Trägheit führt. Die akustischen Werte liegen nah beieinander, mit leichtem Vorteil für Biosys in den mittleren Stärken. Preislich entscheidet eher der Händler als der Hersteller.

In der Praxis fällt die Wahl meist projektbezogen, je nach Verfügbarkeit vor Ort und Gewohnheit des ausführenden Betriebs. Solange das Produkt zertifiziert ist und das Datenblatt zur Wärmeschutzberechnung passt, akzeptieren die meisten Baustellen beide Marken.

Vergleich IsoHemp und Biosys: zwei belgische Kalk-Hanf-Steine nebeneinander für das biobasierte Bauen

Was kostet ein Hanfstein und wo kann man Hanfsteine kaufen?

Die Preise richten sich vor allem nach der Stärke. Als grobe Orientierung, ohne Händleraktionen: Steine mit 6 cm beginnen bei etwa 1,90 € je Stück, also rund 22 bis 25 € pro m² Wand. Steine mit 12 cm liegen bei 4 bis 4,50 € je Stück, also 45 bis 50 € pro m². Die dicken Formate steigen deutlich, 30 cm über 9 € und 36 cm nahe 12 € je Stück.

Auf den gebauten Quadratmeter gerechnet, samt Dünnbettmörtel und Verschnitt, ist mit etwa 60 bis 130 € pro m² für die gängigen Wandstärken zu rechnen. Das liegt unter einer hochwertigen Porenbetonwand mit biobasierter Zusatzdämmung und klar über einem Betonstein mit Mineralwolle. Über die Nutzungsdauer gleichen Energieeinsparung und Werterhalt einen Teil der Differenz aus.

Vertrieben wird der Hanfstein über Fachhändler für ökologische Baustoffe in Deutschland, Belgien, Frankreich und Luxemburg, bestellt wird in der Regel palettenweise. Der Baumarkt führt allenfalls gängige Stärken, die fachliche Begleitung leistet der Fachhandel. Wer die Pflanze jenseits des Bauens erkunden will, findet in unserer Auswahl exotische Samen weitere nützliche Sorten.

Der Eigenanbau durch Volljährige unterliegt in Deutschland den Regelungen des Cannabisgesetzes (CanG). Informieren Sie sich über die jeweils aktuellen rechtlichen Bestimmungen in Ihrem Wohnsitzland.

Häufige Fragen zu IsoHemp und zum Hanfstein

Was ist ein Hanfstein von IsoHemp?

Ein Hanfstein von IsoHemp ist ein vorgefertigter Mauerstein aus Hanfschäben und hydraulischem Kalk. Er wird mit Dünnbettmörtel wie ein klassisches Mauerwerk versetzt, reguliert dank seiner porösen Struktur aber Feuchte und Temperatur ohne zusätzliche Dämmebene.

Wie verarbeitet man Hanfsteine?

Hanfsteine werden im Verband mit versetzten Fugen und Dünnbettmörtel vermauert, zugeschnitten wird mit der Handsäge. Innen- und Außenputze sind möglich, Kalk- und Lehmputze gelten als erste Wahl. Vor einem dampfbremsenden Belag muss die Wand ausreichend trocknen.

Welche Nachteile hat Hanfkalkstein?

Die Wärmeleitfähigkeit ist bei gleicher Stärke höher als bei synthetischen Dämmstoffen, der Materialpreis liegt über dem des Betonsteins, und nach dem Vermauern ist eine Trocknungszeit einzuhalten. Dauerhaft aufsteigende Feuchte verträgt der Stein nicht, ein dichter Sockel ist Pflicht.

Welche Stärken gibt es bei IsoHemp?

Das Sortiment umfasst 6, 9, 12, 15, 20, 25, 30 und 36 cm. Für die Innendämmung in der Renovierung werden meist 9 und 12 cm gewählt, für die monolithische Wand im Neubau eher 25 bis 30 cm.

Wie hoch ist der U-Wert von Hanfkalkstein?

Ein fester U-Wert lässt sich nicht pauschal angeben, er hängt von Stärke, Rohdichte und Putzaufbau ab. Als Anhaltspunkt: Eine 30 cm starke Wand erreicht einen Wärmedurchlasswiderstand R von rund 3,4 bis 3,8 m²·K/W. Verbindlich ist immer das Datenblatt des Herstellers.

Ist der Hanfstein tragend?

Der IsoHemp-Stein gilt als selbsttragend und stabilisiert sich im Mauerwerksverband über mehrere Geschosse. Für die Lasten einer Decke oder eines schweren Dachs ist er in der Regel nicht ausgelegt, dafür sorgt ein Holzrahmen oder ein leichter Ringanker.

Fazit: belgisches Know-how mit Rückenwind

IsoHemp steht heute für die ausgereifteste Form des industriell gefertigten Hanfsteins in Europa. Der Hersteller hat einen alten Baustoff mit modernen Wärmeschutzberechnungen, regulatorischen Anforderungen und der Logistik professioneller Baustellen kompatibel gemacht. Das Sortiment deckt alle Anwendungsfälle ab, von der akustischen Vorsatzschale bis zur monolithischen Passivhauswand, mit einer Konsistenz, die im biobasierten Bauen selten ist.

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