Hanfstein: Zusammensetzung, Herstellung, Dämmung und Hersteller des vorgefertigten Blocks

Kategorien : Cannabisanbau allgemein
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Der Hanfstein ist ein vorgefertigter Block aus Hanfschäben, die mit einem mineralischen Bindemittel auf Kalkbasis verpresst werden. Er ist für den Mauerwerksbau und die Dämmung konzipiert und nutzt die Fasern derselben Pflanze (Cannabis sativa), die bei La Boutique 420 auch das Sortiment rund um Hanf und CBD versorgt. Der Block wird wie ein klassischer Mauerstein verarbeitet, weist aber eine deutlich geringere Dichte und einen Wärmeleitwert nahe 0,07 W/m·K auf. Bei rund 170 monatlichen Suchanfragen zum Begriff und einem Materialpreis von etwa 60 bis 120 Euro pro Quadratmeter verdient dieses biobasierte Baumaterial eine vollständige Einordnung. Dieser Artikel behandelt die reale Zusammensetzung eines Hanfsteins, seine Herstellung, seine bauphysikalischen Eigenschaften, die wichtigsten Hersteller sowie eine dokumentierte Preisspanne pro Quadratmeter.

Was ist ein Hanfstein genau?

Ein Hanfstein ist ein kompakter Block, der aus einer Mischung von Hanfschäben, dem holzigen Kern des Hanfstängels, sowie Luft- oder Wasserkalk und Wasser geformt wird. Im Handel finden sich auch die Bezeichnungen Hanfkalkstein oder Hanfblock für dasselbe Produkt. Alle Begriffe beschreiben ein vorgefertigtes Bauelement, das je nach Modell zur Wandfüllung oder zum Aufbau leichter tragender Wände dient.

Das Material gehört zur größeren Familie der Pflanzenbetone. Während Hanfbeton als feuchte Masse direkt auf der Baustelle gegossen oder gestampft wird, verlässt der Hanfstein das Werk bereits in kalibrierter Form mit standardisierten Maßen. Üblich sind Stärken von 5, 6, 8, 12, 15, 20, 25 oder 30 Zentimetern, Längen von 50 bis 60 Zentimetern und Höhen um 20 bis 30 Zentimeter. Diese Vorfertigung vermeidet die Trocknungsrisiken des gestampften Betons und beschleunigt die Verarbeitung spürbar.

Bei der Materialklassifizierung zählt der Hanfkalkstein zu den biobasierten Baustoffen. Die Hanfschäben machen 30 bis 50 Prozent des Endvolumens aus, der Rest verteilt sich auf das mineralische Bindemittel und die in der offenen Porosität eingeschlossene Luft.

  • Pflanzlicher Ursprung: Stängel von Nutzhanf, angebaut ohne psychoaktive Wirkung.
  • Bindemittel: Luftkalk CL90, hydraulischer Kalk NHL oder eine Kalk-Zement-Mischung je nach Hersteller.
  • Format: kalibrierter Fertigblock, Verlegung mit Dünnbettfuge oder mineralischem Kleber.
  • Dichte: 250 bis 450 kg/m³, also rund fünfmal weniger als ein klassischer Betonstein.

Wie wird ein Hanfstein hergestellt?

Die Herstellung eines Hanfsteins folgt einer Kette aus vier Hauptschritten: Ernte des Nutzhanfs, Entfaserung zur Trennung der Schäben von den langen Fasern, Mischen mit dem mineralischen Bindemittel und Wasser sowie abschließend Formen und Trocknen im Werk. Diese Industrialisierung unterscheidet den Fertigblock vom vor Ort gegossenen Hanfbeton, dessen Abbinden stark von den Witterungsbedingungen abhängt.

Die Schäben gelangen als kalibrierte Späne von 5 bis 25 Millimetern ins Werk. Sie stammen aus einer im Freiland angebauten Pflanze mit einem Wachstumszyklus von etwa hundert Tagen. Die Entfaserung entfernt die langen Fasern, die als lose Dämmung, in Platten oder als Textil weiterverwendet werden. So wird jeder Teil des Stängels genutzt, ähnlich wie die Lebensmittelbranche die Hanfsamen zu Öl oder Mehl verarbeitet.

Das Mischen kombiniert Schäben, Wasser und Bindemittel in genauen Anteilen. Jeder Hersteller behandelt seine Rezeptur als eigenes Know-how. Die verbreitetsten Formulierungen nutzen einen natürlichen hydraulischen Kalk oder eine Kalk-Puzzolan-Mischung. Die entstandene Paste hat eine erdige Konsistenz und wird anschließend unter leichter Verdichtung in Formen gepresst.

Die Trocknung ist der längste Schritt. Die Karbonatisierung des Kalks, also die langsame Umwandlung von Calciumhydroxid in Calciumcarbonat im Kontakt mit dem CO2 der Luft, dauert je nach Blockstärke mehrere Wochen bis Monate. Dieser Prozess mineralisiert den Stein nach und nach und erklärt zum Teil die häufig ausgewiesene negative CO2-Bilanz: Der Kalk bindet CO2, während die Pflanze während ihres Wachstums bereits Kohlenstoff gespeichert hat.

Herstellung eines Hanfsteins aus Hanfschäben und Kalk in einer Werkstatt

Welche bauphysikalischen Eigenschaften hat der Hanfstein?

Der Hanfkalkstein vereint mehrere bauphysikalische Stärken, die ihn von klassischen Mauersteinen unterscheiden. Vier Themen prägen sein Profil: Wärmedämmung, Feuchteregulierung, Schallschutz und Brandverhalten.

Dämmwert und thermische Regulierung

Mit einem Lambda von 0,06 bis 0,09 W/m·K bietet der Block eine ausgezeichnete thermische Regulierung. Die Phasenverschiebung, also die Zeit, die sommerliche Hitze zum Durchdringen der Wand benötigt, fällt bei starken Wandaufbauten sehr hoch aus und übersteigt bei rund 30 Zentimetern häufig zehn Stunden. Diese Eigenschaft schützt wirksam vor sommerlicher Überhitzung, ein mit dem Klimawandel zunehmend relevantes Thema für Niedrigenergie- und Passivhäuser.

Feuchteregulierung

Hanfsteine regulieren die Feuchtigkeit auf natürliche Weise. Die Wand nimmt überschüssigen Wasserdampf aus der Raumluft auf und gibt ihn wieder ab, wenn die Umgebungsluft trockener wird. Diese hohe Dampfdurchlässigkeit begrenzt den Bedarf an mechanischer Lüftung und sorgt für ein angenehmes Raumklima. Voraussetzung ist ein kapillarbrechender Sockel, damit keine aufsteigende Feuchte in die Wand gelangt.

Schallschutz und Brandverhalten

Dank der offenen Porosität und der Masse des Kalks bietet der Hanfstein einen guten Schallschutz und dämpft den Luftschall zwischen den Räumen. Auch das Brandverhalten überzeugt: Als mineralisch gebundenes Material ist der Block nicht leicht entflammbar, und mehrere Hersteller weisen je nach Wandaufbau einen hohen Feuerwiderstand aus. Die genauen Werte hängen von Stärke und Putzaufbau ab und stehen in den technischen Datenblättern der jeweiligen Marke.

Nachhaltigkeit und CO2-Speicherung des Hanfsteins

Die Umweltbilanz gehört zu den stärksten Argumenten für den Hanfstein. Hanf ist eine erneuerbare Ressource mit kurzem Anbauzyklus, geringem Wasserbedarf und ohne Notwendigkeit von Pestiziden. Der Anbau speichert Kohlenstoff, und die Karbonatisierung des Kalks bindet beim Trocknen weiteres CO2. Mehrere Ökobilanzen weisen für die ersten gebauten Quadratmeter einen negativen Saldo aus, während Stahlbeton stark emissiv bleibt.

Diese ökologische Dimension spricht Bauherren an, die auf regionale Kreisläufe und biobasierte Materialien setzen. Es ist dieselbe Pflanze, die je nach Verwertung Fasern, Schäben oder Blüten liefert, wie sie etwa in den CBD-Blüten des Sortiments zum Einsatz kommen. Der Hanfstein ist damit die mineralischste und tragendste Ausdrucksform eines vielseitig nutzbaren Rohstoffs.

Vor- und Nachteile des Hanfsteins im Überblick

Die folgende Tabelle fasst die wichtigsten Punkte aus der Dokumentation der führenden Hersteller und aus Rückmeldungen zertifizierter biobasierter Bauprojekte zusammen.

KriteriumVorteilNachteil
WärmedämmungLambda 0,06 bis 0,09 W/m·K, hohe Phasenverschiebung bei starken WändenErfordert eine große Stärke, um aktuelle Standards ohne Zusatzdämmung zu erreichen
FeuchteregulierungHohe Dampfdurchlässigkeit, Aufnahme und Abgabe von WasserdampfEmpfindlich gegenüber aufsteigender Feuchte ohne dichten Wandfuß
CO2-BilanzKohlenstoffspeicherung der Pflanze und Karbonatisierung des KalksNoch junge Lieferkette, teils lange Transportwege je nach Region
VerarbeitungSchnelle Verlegung mit Dünnbettfuge, geringes GewichtSpezifische Schulung für Putze und Detailpunkte erforderlich
KostenGeringere Gesamtkosten dank fehlender ZusatzdämmungHöherer Materialpreis als ein klassischer Betonstein ohne Dämmung

Welche Hersteller bieten Hanfsteine an?

Der europäische Markt für Hanfsteine gliedert sich um einige Industrieakteure und mehrere regionale Werkstätten. Die im deutschsprachigen Raum am häufigsten vertriebenen Fertigblöcke stammen von IsoHemp, Schönthaler sowie von spezialisierten Anbietern wie Hemplith und regionalen Naturbau-Händlern. Jede Marke setzt auf eine eigene Geometrie, ein Format oder ein Bindemittel.

  • IsoHemp: belgischer Hersteller aus Fernelmont, Sortiment in mehreren Stärken (6, 9, 12, 15, 20, 25, 30 cm). Referenzformat 60 x 30 cm, ATG-zertifiziert und mit Mörtelkleber kompatibel.
  • Schönthaler: Anbieter aus dem Alpenraum mit Hanfsteinen und Hanfkalk-Systemen für Neubau und Sanierung, oft in der DACH-Region referenziert.
  • Hemplith: als Hanfstein-Lösung geführter Baustoff, in mehreren Datenblättern zu bauphysikalischen Werten dokumentiert.
  • Naturbau- und Lehmbau-Händler: spezialisierte Vertriebe für biobasierten Bau, die zwischen Herstellern und Handwerkern vermitteln und passende Kalkputze führen.

Die Verfügbarkeit hängt stark vom regionalen Einzugsgebiet ab. Die Nähe zu einer Hanfrösterei spielt eine große Rolle, da die geringe Dichte des Produkts lange Transportwege wirtschaftlich unattraktiv macht. Bei den Zertifizierungen sind eine europäische technische Bewertung (ETA), eine Umweltproduktdeklaration (EPD) oder ein Passivhaus-Komponentenzertifikat nützliche Anhaltspunkte für erprobte Produkte.

Baustelle mit dem Verlegen von IsoHemp-Hanfsteinen auf einer Holzständerkonstruktion

Verarbeitung, Neubau und Sanierung

Der Block lässt sich leicht verarbeiten, häufig mit Dünnbettfugen von rund 3 Millimetern und mineralischem Kleber. Das geringe Gewicht reduziert die körperliche Belastung auf der Baustelle und beschleunigt den Aufbau gegenüber schwereren Mauersteinen. Für die Putze und die Detailausbildung ist jedoch eine spezifische Schulung sinnvoll, da ausschließlich kalkbasierte Systeme zum Einsatz kommen sollten.

Im Neubau dient er je nach Modell als Wandfüllung einer Holzständer- oder Skelettkonstruktion oder als leicht tragende Wand für eingeschossige Gebäude. In der Sanierung eignet sich der Hanfkalk-Block besonders für die Innendämmung von Bestandswänden, da er dampfdurchlässig bleibt und das Risiko eingeschlossener Feuchte begrenzt. Kalkputze innen und außen vervollständigen den Aufbau, während Zementputze zu vermeiden sind, weil sie die Dampfdiffusion blockieren.

Was kostet ein Hanfstein pro m²?

Der Preis eines Hanfsteins pro Quadratmeter reicht für das reine Material von etwa 60 bis 120 Euro netto, abhängig von Stärke und Hersteller. Hinzu kommt die Verlegung, meist zwischen 30 und 60 Euro netto pro Quadratmeter, was den verlegten Gesamtpreis auf eine Spanne von 90 bis 180 Euro netto pro Quadratmeter bringt.

Mehrere Faktoren beeinflussen diesen Preis. Die Stärke spielt die Hauptrolle: Ein 12-cm-Block für eine Innenwand kostet deutlich weniger als ein 30-cm-Block für die Außenwand. Das Format wirkt sich ebenfalls aus, da kurze Blöcke oder Steine mit Aussparung höhere Industrialisierungskosten tragen. Auch die bestellte Menge zählt, denn Baustellen mit Mindestabnahme über einen Fachhandel erhalten spürbar günstigere Konditionen.

Die folgende Tabelle gibt eine 2026 bei spezialisierten Händlern beobachtete Größenordnung wieder, ohne Aktionen und ohne Ferntransport.

StärkeTypische AnwendungMaterialpreis netto/m²
5 bis 8 cmInnendämmung als Vorsatzschale30 bis 55 €
12 bis 15 cmLeichte strukturelle Trennwand55 bis 80 €
20 bis 25 cmAußenwand im gemäßigten Klima80 bis 105 €
30 bis 36 cmAußenwand ohne Zusatzdämmung100 bis 130 €

Diese Preise liegen über denen eines klassischen Hohlblocksteins, doch die Rechnung ändert sich, sobald die für aktuelle Wärmeschutzstandards nötige Zusatzdämmung einbezogen wird. Bei gleicher Leistung nähert sich der Hanfkalk-Block den Kosten eines klassischen Systems aus Wand und Dämmung an, vermeidet dabei jedoch Wärmebrücken und das Risiko blockierter Wasserdampfmigration.

Häufige Fragen zum Hanfstein

Was kostet ein Hanfstein?

Die Kosten eines Hanfsteins hängen von Größe, Stärke und bestellter Menge ab. Für das reine Material liegen sie meist zwischen 60 und 120 Euro netto pro Quadratmeter, verlegt zwischen 90 und 180 Euro netto pro Quadratmeter. Für ein konkretes Projekt lohnt sich eine individuelle Beratung beim Fachhandel.

Wie hoch ist der Dämmwert von Hanfstein?

Der Dämmwert variiert je nach Steindicke und Wandaufbau. Der Wärmeleitwert liegt üblicherweise bei 0,06 bis 0,09 W/m·K. Damit erreichen Hanfsteine gute Werte für Niedrigenergie- und Passivhäuser, sofern die Wandstärke entsprechend gewählt wird.

Ist ein Hanfstein tragend?

Einige Modelle großer Stärke beanspruchen eine begrenzte tragende Funktion, meist für eingeschossige Gebäude oder als Füllung einer tragenden Holzkonstruktion. Bei höheren Bauten übernimmt der Block eine dämmende Füllfunktion, während die Struktur aus Beton, Holz oder Stahl besteht. Die technischen Datenblätter der Hersteller nennen die jeweiligen Rechenannahmen.

Was sind die Nachteile von Hanfbeton und Hanfstein?

Hanfbeton und Hanfstein benötigen in manchen Fällen ein tragendes Skelett, da sie nicht immer statisch tragend eingesetzt werden. Weitere Punkte sind die Empfindlichkeit gegenüber aufsteigender Feuchte ohne dichten Sockel, die für aktuelle Standards nötige Wandstärke sowie eine noch junge Lieferkette mit teils längeren Lieferzeiten.

Welcher Putz eignet sich für einen Hanfstein?

Geeignet sind ausschließlich kalkbasierte Putze: Luftkalk für den Innenbereich, hydraulischer Kalk für außen. Zementputze sind zu vermeiden, da sie die Wasserdampfmigration blockieren und Kondensation in der Wand verursachen können. Lehmputze eignen sich für trockene Innenräume und liefern eine warme, dekorative Oberfläche.

Der Hanfstein, industrielle Visitenkarte einer vielseitigen Pflanze

Der Hanfstein zeigt, wie sich Hanf zu einem modernen industriellen Baustoff entwickelt und dabei einem regionalen Anbauzyklus treu bleibt. Kalibrierter Fertigblock, hohe Dämmleistung, negative CO2-Bilanz und eine mit klassischem Mauerwerk vergleichbare Lebensdauer machen ihn zu einem glaubwürdigen Material für den biobasierten Bau der kommenden Jahrzehnte. Für alle, die sich für die vielen Ausdrucksformen der Pflanze interessieren, vom mineralisierten Block bis zur Sortenauswahl, führt La Boutique 420 parallel ein Sortiment an Hanfsamen zur Erhaltung der Genetik.

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