Derealisation: Bedeutung, Symptome, Ursachen, Cannabis und was hilft

Kategorien : Gesundheit und Wirkung
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Die Derealisation beschreibt das Gefühl, dass die Umwelt unwirklich, fern oder künstlich wirkt, als läge eine Glasscheibe oder ein Bildschirm zwischen Ihnen und der Welt. Betroffene wissen, dass sich nichts verändert hat, doch sie spüren es nicht mehr. Dieses dissoziative Erleben ist meist kurz und harmlos. Ausgelöst wird es häufig durch starken Stress, eine Panikattacke, Schlafmangel oder Substanzen wie THC. Hält es dauerhaft an, sprechen Fachleute von einer Depersonalisations-/Derealisationsstörung, die etwa 1 bis 2 % der Bevölkerung betrifft.

Dieser Ratgeber erklärt, was Derealisation bedeutet, welche Symptome typisch sind, worin der Unterschied zur Depersonalisation liegt, welche Ursachen bekannt sind und welche Rolle Cannabis spielt. Außerdem fassen wir zusammen, was die Forschung bisher über Cannabidiol (CBD) weiß. Der Artikel dient der Information und ersetzt keine ärztliche oder psychotherapeutische Beratung.

Kurz zusammengefasst: Die Derealisation betrifft die Wahrnehmung der Welt, die Depersonalisation die Wahrnehmung der eigenen Person. Das Wissen, dass „etwas nicht stimmt“, bleibt erhalten. Es handelt sich also nicht um eine Psychose. Stress, Panik, Erschöpfung, Traumata und Drogen, einschließlich Cannabis, gelten als häufigste Auslöser. Psychotherapie ist die Behandlung der ersten Wahl, ein speziell für diese Störung zugelassenes Medikament gibt es nicht.

Was ist Derealisation?

Derealisation bezeichnet eine veränderte Wahrnehmung der Umgebung. Gegenstände, Orte und Gesichter wirken flach, fremd oder wie aus Pappe, ähnlich wie in einem Wachtraum. Im Kern steht ein Gefühl der Unwirklichkeit: Die Realität ist weiterhin da, sie fühlt sich aber nicht mehr echt an. Viele Betroffene beschreiben es so, als würden sie „neben sich stehen“ oder seien zwar anwesend, aber nicht wirklich da.

Der Begriff hat eine lange Geschichte. Der französische Philosoph Ludovic Dugas prägte 1898 den Ausdruck „Depersonalisation“ und stützte sich dabei auf die Tagebücher von Henri-Frédéric Amiel. Der Psychiater Wilhelm Mayer-Gross führte 1935 die Unwirklichkeit der wahrgenommenen Welt als eigenen Begriff ein, um die Fremdheit der Welt von der Fremdheit des Selbst zu unterscheiden. Im Englischen spricht man von derealization, beide Phänomene werden oft unter dem Kürzel DPDR zusammengefasst.

Wichtig ist die Unterscheidung zwischen einem vorübergehenden Erleben und einer festen Störung. Laut dem amerikanischen Diagnosehandbuch DSM-5 erlebt etwa die Hälfte aller Erwachsenen mindestens einmal im Leben eine Episode der Derealisation, oft nur für Minuten oder Stunden. Von einer dissoziativen Störung spricht man erst bei anhaltenden oder wiederkehrenden Episoden, die echtes Leiden verursachen und den Alltag beeinträchtigen. Die internationale Klassifikation ICD-11 der WHO ordnet sie unter dem Code 6B66 den dissoziativen Störungen zu.

Entscheidend ist die erhaltene Realitätsprüfung. Während einer Episode wissen Betroffene, dass ihre Wahrnehmung sie täuscht. Sie glauben nicht, dass sich die Welt tatsächlich verändert hat. Genau das unterscheidet die Derealisation von einem Wahn oder einer Halluzination.

Welche Symptome zeigt eine Derealisation?

Person von hinten vor einem beschlagenen Fenster mit Blick auf eine fern wirkende Straße, Sinnbild für den Glasscheiben-Effekt bei Derealisation

Die Symptome der Derealisation betreffen vor allem die Wahrnehmung. Sie unterscheiden sich von Mensch zu Mensch, doch bestimmte Beschreibungen tauchen in Sprechstunden und Erfahrungsberichten fast immer auf. Der bekannte Glasscheiben-Effekt, also der Eindruck, ein Schleier trenne Sie von der Welt, ist das bekannteste Beispiel.

  • Die Umgebung wirkt verschwommen, blass oder im Gegenteil übertrieben scharf, fast wie eine Computergrafik.
  • Entfernungen und Größen scheinen verändert: Dinge wirken weiter weg, kleiner oder zweidimensional.
  • Vertraute Orte erscheinen fremd, als sähe man sie zum ersten Mal.
  • Geräusche klingen gedämpft oder fern, die Stimmen nahestehender Menschen wirken mechanisch.
  • Das Zeitgefühl verzerrt sich: Minuten ziehen sich, jüngste Erinnerungen wirken sehr alt.
  • Es entsteht ein Gefühl wie im Traum oder im Film, als wäre man nur Zuschauer der eigenen Situation.

Häufig kommt eine sekundäre Angst hinzu. Viele Betroffene fürchten, „verrückt zu werden“ oder an einer schweren neurologischen Erkrankung zu leiden. Diese Sorge verstärkt die Anspannung und verlängert die Episode. Die meisten Fachleute beschreiben diesen Teufelskreis ähnlich: Je stärker man das Gefühl beobachtet, desto mächtiger wirkt es.

Daneben können deutliche geistige Erschöpfung, Konzentrationsprobleme und eine abgeflachte Gefühlswelt auftreten. Viele berichten von einem Gefühl der Abgeschnittenheit, das soziale Kontakte anstrengend macht. Halten diese Anzeichen mehrere Wochen an oder kehren sie immer wieder, hilft eine ärztliche Abklärung, andere Ursachen auszuschließen und eine Diagnose zu stellen.

Worin unterscheiden sich Derealisation und Depersonalisation?

Beide Phänomene liegen nah beieinander und treten oft gemeinsam auf. Das DSM-5 fasst sie deshalb zu einer einzigen Störung zusammen. Der Unterschied liegt darin, was unwirklich erscheint. Bei der Derealisation ist es die äußere Umgebung. Bei der Depersonalisation ist es die eigene Person: der Körper, die Gedanken, die Gefühle oder die Stimme. Man spricht hier auch von Selbstentfremdung.

KriteriumDerealisationDepersonalisation
Was unwirklich wirktDie Welt, Orte, andere MenschenDas eigene Ich, der Körper, die Gedanken
Häufiges BildLeben hinter einer Glasscheibe oder in einem FilmSich selbst von außen beim Leben zusehen
Beispiele für das ErlebenFlache Kulisse, ferne Geräusche, blasse FarbenFremd wirkende Hände, Stimme wie von woanders
KrankheitseinsichtErhaltenErhalten
Einordnung im DSM-5Depersonalisations-/Derealisationsstörung (dissoziative Störungen)

Abzugrenzen ist die Derealisation auch von einer schweren Dissoziation wie der dissoziativen Identitätsstörung, früher als multiple Persönlichkeit bezeichnet. Dort wechseln sich mehrere eigenständige Identitäten ab, begleitet von deutlichen Gedächtnislücken. Das ist hier nicht der Fall: Die Identität bleibt einheitlich, das Gedächtnis intakt. Ebenso wenig darf die Derealisation mit einer Schizophrenie verwechselt werden, bei der Betroffene falsche Wahrnehmungen für wahr halten.

Was sind die Ursachen einer Derealisation?

Erschöpfter junger Erwachsener vor einem Computer, umgeben von Kaffeetassen, Stress und Schlafmangel als Ursachen der Derealisation

Die Derealisation wird oft als Schutzmechanismus beschrieben. Bei emotionaler Überlastung würde das Gehirn das Wahrgenommene vorübergehend auf Abstand halten. Das 1998 von Mauricio Sierra und German Berrios vorgeschlagene Modell der „kortiko-limbischen Entkopplung“ geht in diese Richtung. Bildgebende Studien zeigen bei Betroffenen eine verringerte Aktivität in Hirnregionen, die mit dem emotionalen Erleben verbunden sind, etwa der Insula, und eine verstärkte Aktivität im präfrontalen Kortex.

Die häufigsten Auslöser sind in Fachwerken wie dem MSD Manual gut beschrieben:

  • Starker oder lang anhaltender Stress, etwa im Beruf, in der Partnerschaft oder nach einem Trauerfall.
  • Panikattacken und Angststörungen, die als häufigste Ursache gelten.
  • Depressionen, oft verbunden mit einer gedämpften Gefühlswelt.
  • Traumata, vor allem in der Kindheit erlebte, oder eine kürzlich erlebte Lebensgefahr.
  • Schlafmangel, Erschöpfung und fehlende Sinnesreize.
  • Bestimmte Drogen: Cannabis, Halluzinogene, Ketamin oder MDMA.

Betroffen sind vor allem junge Menschen. Laut MSD Manual erleben die meisten ihre ersten Episoden vor dem 20. Lebensjahr, nach dem 40. Lebensjahr beginnt die Störung selten. Männer und Frauen sind gleich häufig betroffen. Auch körperliche Ursachen wie Schläfenlappen-Epilepsie, Migräne oder neurologische Schädigungen können ähnliche Symptome hervorrufen. Deshalb ist eine ärztliche Untersuchung sinnvoll, wenn die Episoden wiederkehren.

Kann Cannabis eine Derealisation auslösen?

Ja, Cannabis zählt sogar zu den am besten dokumentierten Auslösern. Eine britische Studie, 2003 im British Journal of Psychiatry veröffentlicht (Baker und Kollegen), untersuchte 204 Patientinnen und Patienten mit Depersonalisationsstörung. Zu den meistgenannten Auslösern gehörten schwerer Stress, Depressionen, Panikattacken und der Drogenkonsum, wobei Cannabis unter den Substanzen an erster Stelle stand.

Der Mechanismus läuft über THC, den psychoaktiven Wirkstoff der Pflanze. THC bindet an die CB1-Rezeptoren, die in Hirnregionen für Wahrnehmung, Emotion und Gedächtnis besonders zahlreich sind. Dadurch verändert sich, wie Sinneseindrücke verarbeitet und eingeordnet werden. Eine zentrale Rolle spielt dabei das Endocannabinoid-System des Körpers.

In den meisten Fällen tritt eine cannabisbedingte Derealisation während oder kurz nach einem stark angstbesetzten Erlebnis auf, etwa bei einem Bad Trip mit Kreislaufproblemen. Bei einer Minderheit, meist bei ohnehin ängstlichen Menschen, hält das Gefühl der Unwirklichkeit noch Wochen an, auch ohne erneuten Konsum. Fachleute raten dann dazu, ärztlichen Rat einzuholen, statt abzuwarten.

Diese Empfindlichkeit erklärt, warum die genetischen Profile der Pflanze die Forschung so stark interessieren. Cannabis-Sorten unterscheiden sich deutlich im Verhältnis von THC zu CBD, zwei Wirkstoffen mit gegensätzlichem Einfluss auf Angst. Wer selbst anbaut, findet bei den CBD-reichen Sorten mit ausgewogenem Verhältnis Genetiken mit deutlich weniger THC als bei klassischen Hochleistungssorten.

Der Eigenanbau durch Volljährige unterliegt in Deutschland den Regelungen des Cannabisgesetzes (CanG). Informieren Sie sich über die jeweils aktuellen rechtlichen Bestimmungen in Ihrem Wohnsitzland.

Was weiß man über CBD bei Derealisation?

Labortisch mit Mikroskop, Fläschchen und Hanfblättern, Forschung zu CBD und Angst

Bis heute gibt es keine veröffentlichte klinische Studie, die Cannabidiol bei Menschen mit Derealisation untersucht hat. Es wäre daher falsch, CBD als Lösung darzustellen. Erforscht wurden bisher vor allem sein angstlösendes Profil und seine Wechselwirkung mit THC, zwei indirekte, aber interessante Ansätze.

Mehrere Arbeiten deuten darauf hin, dass CBD Angst beeinflussen kann. 2011 beobachtete das Team um Mateus Bergamaschi bei Menschen mit sozialer Phobie weniger Angst während einer simulierten öffentlichen Rede. Andere Studien, etwa von Sagnik Bhattacharyya aus dem Jahr 2010, zeigen, dass CBD im Labor einige angstauslösende und psychotische Effekte von THC abschwächt.

Diese Daten sind vorläufig, stammen aus kleinen Stichproben und wurden unter kontrollierten Bedingungen gewonnen. Über die Derealisation selbst erlauben sie keine Aussage. CBD-Produkte ohne THC gehören in den Bereich Wohlbefinden und nicht in die Behandlung: Sie ersetzen weder eine Diagnose noch eine Psychotherapie. Wer wegen einer Angststörung in Behandlung ist oder Medikamente einnimmt, sollte wegen möglicher Wechselwirkungen von CBD vorher mit der Ärztin oder dem Arzt sprechen.

Gibt es einen Derealisation-Test?

Es gibt keine Blutuntersuchung und kein bildgebendes Verfahren, das eine Derealisation bestätigt. Die Diagnose wird klinisch gestellt, also im Gespräch mit einer Ärztin, einem Psychiater oder einer Psychotherapeutin. Geprüft werden die Kriterien des DSM-5 oder der ICD, die Dauer der Episoden, ihre Auswirkungen auf den Alltag und das Fehlen anderer Ursachen, etwa einer neurologischen Erkrankung oder einer Substanzwirkung.

Validierte Fragebögen helfen, die Stärke der Symptome einzuschätzen. Online kursieren sie manchmal als „Derealisation-Test“, sie ersetzen jedoch keinen Termin in der Praxis:

InstrumentAutoren und JahrWas es misst
Cambridge Depersonalisation Scale (CDS)Sierra und Berrios, 200029 Fragen zu Häufigkeit und Dauer von Depersonalisations- und Unwirklichkeitserleben
Dissociative Experiences Scale (DES), deutsch als FDSBernstein und Putnam, 198628 Fragen zu dissoziativen Erfahrungen im weiteren Sinn
Strukturiertes Interview SCID-DSteinberg, 1990er-JahreUmfassendes klinisches Interview zu dissoziativen Störungen

Bestimmte Warnzeichen sollten Sie zügig abklären lassen: Episoden, die mehrere Tage andauern, starker Leidensdruck, düstere Gedanken, Gedächtnislücken, ungewöhnliche Kopfschmerzen oder begleitende neurologische Ausfälle. Ein schneller ärztlicher Rat hilft, eine körperliche Ursache auszuschließen und die passende Behandlung zu finden. Bei Suizidgedanken erreichen Sie die TelefonSeelsorge rund um die Uhr kostenfrei unter 0800 111 0 111, im Notfall gilt die 112.

Ist Derealisation gefährlich und was hilft?

Hände halten eine Tasse Kamillentee am Fenster, beruhigendes Ritual zur Erdung bei Derealisation

Die Derealisation ist an sich nicht gefährlich: Sie schädigt das Gehirn nicht und führt nicht in den Wahnsinn. Sie kann jedoch sehr belastend sein und Betroffene isolieren. Die Aussichten sind meist gut, besonders wenn die Episoden auf eine klare Ursache wie eine Stressphase oder eine Panikattacke zurückgehen. Viele Erfahrungsberichte von Menschen, die ihre Depersonalisation überwunden haben, beschreiben eine schrittweise Besserung statt eines plötzlichen Durchbruchs.

Die Behandlung der ersten Wahl ist die Psychotherapie, vor allem die kognitive Verhaltenstherapie. Sie hilft, das Gefühl nicht ständig zu beobachten, es zu entdramatisieren und die Angst zu behandeln, die es aufrechterhält. Ein speziell für diese Störung zugelassenes Medikament gibt es nicht. Ärztinnen und Ärzte können aber Mittel gegen eine begleitende Angst oder Depression verordnen. Um eine akute Episode zu beruhigen, empfehlen Fachleute häufig:

  • Erdungstechniken wie die 5-4-3-2-1-Methode: fünf Dinge benennen, die Sie sehen, vier, die Sie berühren, drei, die Sie hören, zwei, die Sie riechen, und eines, das Sie schmecken.
  • Langsames, gleichmäßiges Atmen, das die Anspannung senkt.
  • Ausreichend und regelmäßig schlafen, denn Müdigkeit verstärkt die Derealisation deutlich.
  • Auf Substanzen verzichten, die Episoden ausgelöst haben oder aufrechterhalten, allen voran Cannabis und Alkohol.
  • Den Kontakt zu informierten Vertrauenspersonen suchen, um mit der Angst nicht allein zu bleiben.

Auch kleine Entspannungsrituale im Alltag haben ihren Platz, auch wenn ihre Wirkung auf die Störung selbst nicht belegt ist. Manche schaffen sich ein beruhigendes Ritual mit einer Tasse Kamillentee. Wer Kamille gern selbst zieht, findet sie bei den Samen für Kräuter und Aromapflanzen. Solche Gewohnheiten helfen, wieder Kontakt zu den Empfindungen des Körpers aufzunehmen, ergänzen aber die professionelle Begleitung und ersetzen sie nie. Das gilt ebenso für eine ruhige Massage, bei der manche gern zu Hanf-Pflegeprodukten greifen.

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Häufige Fragen zur Derealisation

Wie fühlt sich eine Derealisation an?

Betroffene beschreiben die Welt als unwirklich, flach oder fern, wie hinter Glas oder in einem Film. Farben wirken blass, Geräusche gedämpft, vertraute Orte fremd. Dabei bleibt das Wissen erhalten, dass die Wahrnehmung täuscht.

Kann eine Angststörung eine Derealisation verursachen?

Ja. Panikattacken und Angststörungen gelten als häufigste Ursache. Die Derealisation kann direkt während einer Panikattacke auftreten oder durch die Sorge über das Gefühl selbst verlängert werden.

Kann Müdigkeit eine Derealisation auslösen?

Ja. Schlafmangel und Erschöpfung zählen zu den klassischen Auslösern. Nach einer durchwachten Nacht oder einer langen Phase der Überlastung erleben viele Menschen ein vorübergehendes Gefühl der Unwirklichkeit. Es verschwindet in der Regel nach einigen erholsamen Nächten.

Wie lange dauert eine Derealisation?

Eine einzelne Episode dauert einige Minuten bis wenige Stunden. Bei der Depersonalisations-/Derealisationsstörung können die Episoden über Monate wiederkehren oder fast durchgehend bestehen. Die Dauer hängt stark von der Ursache und von der Angst ab, die das Gefühl aufrechterhält.

Kann Derealisation das Sehen beeinträchtigen?

Viele beschreiben verschwommenes Sehen, blasse Farben oder den Eindruck, durch eine Scheibe zu blicken. Es handelt sich um Wahrnehmungsveränderungen, die Augen funktionieren normal. Bestehen Sehstörungen auch außerhalb der Episoden, ist eine augenärztliche Untersuchung sinnvoll.

Ist Derealisation ein Zeichen für Schizophrenie oder Realitätsverlust?

Nein. Bei der Derealisation wissen Betroffene, dass ihre Wahrnehmung trügt. Bei einer Schizophrenie oder einem echten Realitätsverlust halten Menschen falsche Vorstellungen oder Wahrnehmungen für wahr. Die Angst, verrückt zu werden, ist ein häufiges Angstsymptom und kein Zeichen einer Psychose.

Kann man eine Derealisation auch ohne Drogen erleben?

Ja, das ist sogar der häufigste Fall. Stress, Panikattacken, Depressionen und Traumata sind die Hauptursachen. Drogen machen nur einen Teil der in klinischen Studien beschriebenen Auslöser aus.

Derealisation: Was Sie über dieses Warnsignal des Gehirns wissen sollten

Die Derealisation ist ein verwirrendes, aber häufiges Erleben, das meist auf eine Überlastung durch Stress oder Angst hinweist. Die erhaltene Einsicht in das eigene Erleben unterscheidet sie klar von einer Psychose. Hält sie an, können Fachleute für psychische Gesundheit eine Diagnose stellen und eine passende Psychotherapie anbieten. THC-reiches Cannabis zählt zu den bekannten Auslösern, während CBD ein Forschungsthema bleibt, ohne Nachweis für diese Störung.

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